Die Finanzaufsicht BaFin hat ihr Vorgehen gegen die TGI AG aus Vaduz (Liechtenstein) verschärft. Mit Bescheid vom 19. Juni 2026 ordnete die Behörde an, dass das Unternehmen das nach ihrer Auffassung unerlaubt betriebene Einlagengeschäft mit sofortiger Wirkung einstellen und die angenommenen Gelder unverzüglich an die Anleger zurückzahlen muss.
Bemerkenswert ist dabei ein Detail: In der Vergangenheit hatte TGI-Vorstand Helmut Kaltenegger immer wieder betont, man stehe mit der BaFin im Austausch und arbeite an einer Klärung der offenen Fragen. Tatsächlich spricht einiges dafür, dass es entsprechende Gespräche gegeben hat. Anders als bei früheren Maßnahmen musste die aktuelle Verfügung nämlich nicht öffentlich zugestellt werden – ein Hinweis darauf, dass die Behörde das Unternehmen beziehungsweise dessen rechtliche Vertreter erreichen konnte.
Umso bemerkenswerter ist jedoch das Ergebnis dieser Gespräche. Offenbar konnten die Unterlagen und rechtlichen Argumente, die die TGI AG mutmaßlich über ihre Rechtsanwälte bei der BaFin eingereicht hat, die Finanzaufsicht nicht überzeugen. Statt das Verfahren einzustellen, veröffentlichte die Behörde nun eine weitere Verfügung und ordnete sogar die Abwicklung des Geschäfts an.
Warum greift die BaFin ein?
Nach Auffassung der BaFin hat die TGI AG über das Produkt „Sales Premium“ gewerbsmäßig Gelder angenommen, die unbedingt rückzahlbar sind. Da hierfür keine erforderliche Erlaubnis nach dem Kreditwesengesetz (KWG) vorlag, bewertet die Aufsicht das Angebot als unerlaubtes Einlagengeschäft.
Die Folge: Das Unternehmen muss die Geschäftstätigkeit sofort einstellen und die vereinnahmten Gelder an die Anleger zurückzahlen.
Der Bescheid ist sofort vollziehbar, auch wenn er noch nicht rechtskräftig ist.
Was passiert jetzt?
Die entscheidende Frage lautet nun: Was geschieht, wenn die TGI AG der Verfügung nicht nachkommt – oder wirtschaftlich gar nicht nachkommen kann?
Diese Frage haben wir dem auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Rechtsanwalt Jens Reome gestellt.
Nach seiner Einschätzung ist die BaFin nicht auf bloße Aufforderungen beschränkt. Kommt ein Unternehmen einer bestands- oder sofort vollziehbaren Abwicklungsanordnung nicht nach, kann die Behörde weitere Zwangsmaßnahmen ergreifen. Dazu gehören unter anderem die Festsetzung von Zwangsgeldern sowie weitere aufsichtsrechtliche Schritte zur Durchsetzung der Verfügung.
Sollte sich zudem herausstellen, dass die Gesellschaft die Rückzahlungsverpflichtungen dauerhaft nicht erfüllen kann, könnten zivilrechtliche und gegebenenfalls insolvenzrechtliche Konsequenzen folgen. Für Anleger würde sich dann die Frage stellen, auf welchem Weg sie ihre Ansprüche durchsetzen können.
Anleger sollten Entwicklung aufmerksam verfolgen
Für betroffene Anleger dürfte die neue Verfügung zunächst ein positives Signal sein, denn die BaFin macht unmissverständlich deutlich, dass sie die Rückzahlung der angenommenen Gelder verlangt. Ob und in welchem Umfang diese Rückzahlungen tatsächlich erfolgen können, bleibt allerdings offen.
Die kommenden Wochen dürften daher entscheidend sein. Dann wird sich zeigen, ob die TGI AG der Anordnung nachkommt oder ob die BaFin weitere Maßnahmen einleiten muss. Ebenso bleibt abzuwarten, ob das Unternehmen rechtlich gegen die Verfügung vorgeht und welche Erfolgsaussichten ein solches Vorgehen hätte.
Geht es Euch auch so? Man hört fast wie „Vaterland“, „WirtschaftsWoche“, „Handelsblatt“ und Co., gerade für die nächsten Artikelserien über die TGI, Anlauf nehmen.
Die FMA Österreich hat nun der TGI die Rechtmässigkeit ihrer Warnung vor den Geschäften der TGI bestätigt:
Ergänzung vom 26.06.2026
Bescheid über die Rechtmäßigkeit der Veröffentlichung vom 22.04.2026 betreffend TGI AG
Hinsichtlich der Veröffentlichung vom 22.4.2026 gemäß § 4 Abs 7 Bankwesengesetz betreffend die TGI AG auf der Webseite der FMA und auf der Elektronischen Verlautbarungs- und Informationsplattform des Bundes / EVI hat die TGI AG gem § 4 Abs 7 Bankwesengesetz einen Antrag auf Überprüfung der Rechtmäßigkeit der Veröffentlichung gestellt.
Die FMA hat diesfalls die Einleitung eines solchen Verfahrens in gleicher Weise bekannt zu machen.
Es wurde somit von der FMA in einem bescheidmäßig zu erledigenden Verfahren die Rechtmäßigkeit der Veröffentlichung vom 22.04.2026 überprüft. Mit Bescheid vom 16.6.2026 hat die Finanzmarktaufsichtsbehörde die Rechtmäßigkeit der Veröffentlichung festgestellt.
https://www.fma.gv.at/die-fma-warnt-vor-angeboten-der-tgi-ag/
Hier nochmal die Veröffentlichung um die es ging:
https://www.fma.gv.at/die-fma-warnt-vor-angeboten-der-tgi-ag/
Ab wann gehen eigentlich Behörden im DACHL-Raum von fluchtgefahr aus? Benko zumindest sitzt ja doch schon eine Weile in U-Haft.
Dass die schon über 90% rückabgewickelt haben, wo es noch letzte Woche hieß, das würde sich über Jahre hinziehen, ist ja doch überraschend.
Ich kann’s nicht falsifizieren, aber auch nicht verifizieren.
Es wurde nie zurückgezahlt in den Mund genommen, das ist der Unterschied.
Die TGI wollte nur die Rückabwickler verifizieren in 4 Monaten, dann über Jahre zurückzahlen.
Das klingt plausibel.
Aber was passiert, wenn er das so „ in zwei Wochen den FMA‘s auf den Tisch legt“, wie Kaltenegger das im Video gesagt hat? Die lachen sich doch tot. Vor allem die BaFin.
Das ist aber in Deutschland so, ob der Kunde (oder der Strucki) möchte oder nicht. Gib dir einfach noch ein bisschen Zeit dann wirst du erkennen -> das war das beste was dir passieren konnte, die Rückabwicklung.
Ich hoffe nicht, dass die TGI AG die Rückabwicklung durchführen muss, wenn ich es gar nicht will. Lieber bekomme ich weiter die Rabatte und am Ende das Gold. Ärgerlich ist nur, dass die Premiumgebühr nach der Vertrags-Neuregelung nicht mehr dreifach bzw. doppelt ausgezahlt werden darf. Aber noch besser, als wieder alles auf Null zu setzen.
Gute Frage, ob die das gegen Ihren Willen überweisen müssen.
Ich fürchte aber, nach der Rückabwicklung aller Kunden wird nicht mehr viel da sein, aus dem die die Rabatte zahlen könnten, geschweige denn später noch Gold.
Da sind die Anweisungen der FMA`s doch sehr eindeutig.
Aber angenommen, jemand würde sein Konto schließen und der TGI kein anderes mitteilen….Aber ich schätze, dann müsste die TGI das Geld gerichtlich hinterlegen.
Solche Renditen entstehen nicht durch Handel oder Produkte, sondern nur dadurch, dass das Geld neuer Mitglieder an die alten ausgeschüttet wird… Ich weiß wirklich nicht was daran so schwer zu verstehen ist?
Es ist ja nichteinmal das Geld für alle Rückabwicklungen bzw RÜCKZAHLUNGEN da.
Gold und Rabatte sind das letzte Problem.
Oberstrukis und Guru Kaltenegger gönnen sich halt gerne was….
Ja, der User kommt mir so vor wie jemand, der bei der Evakuierung aus einem brennenden Haus noch zum Feuerwehrmann sagt, er wolle aber noch sein Stofftier holen, weil er die Situation nicht erfasst hat.
Guter Vergleich.
Wobei das Stofftier real existiert.