Wer in diesem Sommer mit dem Auto in den Urlaub fahren will, sollte vielleicht nicht erst warten, bis die Tanknadel auf Reserve steht. Der Internationale Währungsfonds (IWF), die Weltbank und die Internationale Energieagentur (IEA) schlagen Alarm: Die weltweiten Ölreserven schmelzen derzeit schneller als ein Eisbecher in der Mittagssonne.
Der Grund ist die angespannte Lage rund um die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Weil dort seit Monaten weniger Öl transportiert werden kann, greifen viele Länder auf ihre strategischen Reserven zurück. Das Problem: Auch der größte Vorrat hält nicht ewig.
Die Experten warnen deshalb vor möglichen Engpässen bei Treibstoffen und wirtschaftlichen Folgen, falls sich die Situation nicht bald entspannt. Übersetzt bedeutet das: Wenn nicht wieder mehr Öl durch die Meerenge fließt, könnten die Zapfsäulen irgendwann unangenehm teuer werden.
Besonders kurios: Während die USA nach eigenen Angaben mit dem Iran über eine Wiederöffnung der Route verhandeln, herrscht bereits Streit über die Inhalte eines möglichen Abkommens. Washington spricht von einer freien Passage ohne zusätzliche Gebühren. Aus Teheran kommen dagegen ganz andere Signale.
Seit Ende April verlangt der Iran nach eigenen Angaben Gebühren für die sichere Durchfahrt von Tankern. Man könnte es als eine Art Mautstation für die Weltwirtschaft bezeichnen – nur dass hier nicht Familien mit Wohnwagen, sondern riesige Öltanker Schlange stehen.
Die Bedeutung der Straße von Hormus kann kaum überschätzt werden. Ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Flüssiggasexports passiert normalerweise die schmale Wasserstraße. Kommt es dort zu Störungen, spürt das früher oder später die ganze Welt – von den Raffinerien bis zur Tankstelle um die Ecke.
Noch ist kein akuter Treibstoffmangel ausgerufen. Doch die Warnung der internationalen Organisationen zeigt, wie nervös die Märkte mittlerweile reagieren. Denn eines wissen Händler und Verbraucher gleichermaßen: Steigt die Unsicherheit beim Öl, dauert es meist nicht lange, bis auch die Preise an den Tankstellen ihre eigene Interpretation der Lage liefern.
Für Autofahrer heißt es daher vorerst: Ruhe bewahren, aber vielleicht nicht bis zum letzten Tropfen warten. Die nächste Tankfüllung könnte schneller zum Gesprächsthema werden als das Wetter im Sommerurlaub.
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