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Spanien spielt Fußball, Saudi-Arabien schaut zu

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Manchmal gibt es Fußballspiele, die von Beginn an offen sind. Und manchmal gibt es Begegnungen wie Spanien gegen Saudi-Arabien.

Bereits nach wenigen Minuten wurde klar, dass die Spanier an diesem Abend nicht vorhatten, lange auf Diskussionen zu warten. Die „La Roja“ spielte mit dem Selbstverständnis eines Europameisters, während Saudi-Arabien zunächst den Eindruck vermittelte, man wolle die ersten 20 Minuten aus sicherer Entfernung beobachten. Das funktionierte erwartungsgemäß nur bedingt.

Lamine Yamal eröffnete den Torreigen mit seinem ersten WM-Treffer und sorgte damit nicht nur für die Führung, sondern vermutlich auch für die Erkenntnis bei den Saudis, dass dies ein langer Abend werden könnte. Wenig später beschloss Mikel Oyarzabal, das Thema Spannung endgültig zu beenden und schnürte innerhalb weniger Minuten einen Doppelpack. Beim Stand von 3:0 war die Partie praktisch entschieden.

Dabei hätte das Ergebnis zur Pause sogar noch höher ausfallen können. Al Owais im saudischen Tor verhinderte mit mehreren Paraden, dass aus einer deutlichen Führung ein historischer Betriebsunfall wurde. Während die Spanier kombinierten, dribbelten und Chancen produzierten, waren die „Grünen Falken“ vor allem damit beschäftigt, den Ball gelegentlich aus der eigenen Gefahrenzone zu befördern.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig. Ein Eigentor von Hassan Al Tambakti sorgte für das 4:0 und nahm dem Spiel die letzten verbliebenen Spannungsmomente. Selbst die zweite Halbzeit wirkte zeitweise wie eine längere Trainingseinheit mit Publikumsbeteiligung.

Die Saudis bemühten sich zwar redlich um Ergebniskosmetik, doch der erste ernsthafte Torschuss ließ bis zur 81. Minute auf sich warten. Unai Simón dürfte sich in dieser Phase gefragt haben, ob er versehentlich ein Ticket für das Spiel gekauft hat und lediglich zuschaut.

Für etwas Aufregung sorgte am Ende noch der VAR. Ferran Torres traf zwar, stand aber hauchdünn im Abseits. Der Video-Keller nahm sich derart viel Zeit für die Überprüfung, dass das Publikum zwischenzeitlich vermutlich die Bedienungsanleitung des Systems lesen wollte. Nach gefühlten drei Werbepausen blieb es schließlich beim 4:0.

Unterm Strich war es eine Demonstration spanischer Stärke. Nach dem ersten Gruppenspiel war Wiedergutmachung angesagt, und genau die lieferte die Mannschaft von Luis de la Fuente. Saudi-Arabien kämpfte tapfer, fand aber nie ein Mittel gegen die technische Qualität, das Tempo und die Spielfreude der Iberer.

Oder anders formuliert: Spanien spielte Weltmeisterschaft, Saudi-Arabien spielte Schadensbegrenzung.

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