Die ohnehin schwierigen Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran haben einen weiteren Rückschlag erlitten. Nach Berichten iranischer Staatsmedien hat die iranische Delegation den Verhandlungsort in der Schweiz vorzeitig verlassen.
Als Auslöser nennen die staatlichen Medien Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, der sich während der laufenden Gespräche aus Washington zu Wort meldete und die Führung in Teheran erneut mit Konsequenzen drohte. Die iranische Seite wertete diese Aussagen offenbar als Belastung für die Verhandlungen und als Zeichen mangelnder Verlässlichkeit auf amerikanischer Seite.
Die Gespräche auf dem Bürgenstock bei Luzern hatten erst wenige Stunden zuvor begonnen. Ziel der Verhandlungen war es, auf Basis des jüngst vereinbarten Rahmenabkommens einen Weg zu einem langfristigen Friedensabkommen sowie einer Regelung der Atomfrage zu finden.
Beobachter hatten bereits im Vorfeld darauf hingewiesen, dass die Verhandlungen unter schwierigen Vorzeichen stehen. Neben den anhaltenden Spannungen zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon belasteten gegenseitige Drohungen und tiefes Misstrauen zwischen Washington und Teheran die Gespräche.
Ob die Verhandlungen nach dem Abzug der iranischen Delegation zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen werden können, blieb zunächst offen. Offizielle Stellungnahmen der amerikanischen Verhandlungsführer lagen am Sonntagabend noch nicht vor.
Diplomatische Kreise sehen den vorzeitigen Abbruch als deutliches Signal dafür, wie fragil die Annäherungsversuche zwischen beiden Staaten weiterhin sind. Die kommenden Tage dürften zeigen, ob es sich lediglich um eine Verhandlungstaktik handelt oder ob die Gespräche tatsächlich vor dem Scheitern stehen.
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