Während die USA in diesem Jahr ihren 250. Unabhängigkeitstag feiern, begeht ein traditionsreicher Freizeitpark in Pennsylvania ein ganz eigenes Jubiläum: Das Knoebels Amusement Resort wird 100 Jahre alt. Bemerkenswert ist dabei nicht nur die lange Geschichte des Parks, sondern auch ein Geschäftsmodell, das in der Freizeitbranche nahezu einzigartig geblieben ist – bis heute verzichtet Knoebels auf einen Eintrittspreis.
Ein Familienunternehmen in vierter Generation
Das in Elysburg im Bundesstaat Pennsylvania gelegene Freizeitresort befindet sich noch immer vollständig im Besitz der Gründerfamilie. Bereits 1828 erwarben die Vorfahren der Familie Knoebel das Gelände, auf dem zunächst Ausflügler einen natürlichen Badesee und Picknickplätze nutzten.
Der eigentliche Grundstein für den heutigen Freizeitpark wurde 1926 gelegt, als Henry Knoebel das Crystal Pool eröffnete – damals eines der größten Schwimmbäder Zentral-Pennsylvanias. Aus dieser Freizeitanlage entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte einer der bekanntesten Freizeitparks der Vereinigten Staaten.
Wachstum ohne Verlust des ursprünglichen Charakters
Brian Knoebel, Präsident des Unternehmens und Vertreter der vierten Familiengeneration, erinnert sich an seine Kindheit in den 1970er-Jahren, als der Park noch deutlich kleiner war.
Mit der Eröffnung der legendären Holzachterbahn Phoenix im Jahr 1985 änderte sich jedoch vieles. Die Besucherzahlen stiegen rasant, neue Attraktionen, Restaurants und Serviceeinrichtungen wurden gebaut. Gleichzeitig achtete die Familie darauf, den ursprünglichen Charakter des Parks zu erhalten.
Noch heute prägen große Baumbestände, weitläufige Grünflächen, zahlreiche Sitzbänke und historische Fahrgeschäfte das Erscheinungsbild. Ziel sei es, den Gästen bewusst eine entspannte Atmosphäre zu bieten – fernab der oftmals stark versiegelten Themenparks großer Freizeitkonzerne.
Eintritt frei – bezahlt wird nur, was genutzt wird
Das Besondere an Knoebels ist bis heute das Preismodell. Weder für den Eintritt noch für das Parken wird eine Gebühr erhoben. Besucher können den Park frei betreten, spazieren gehen oder kostenlos verschiedene Attraktionen nutzen.
Lediglich für Fahrgeschäfte, gastronomische Angebote oder besondere Erlebnisse werden Tickets benötigt. Wer möchte, kann Einzelfahrten erwerben oder Tagesarmbänder kaufen, mit denen nahezu alle Attraktionen unbegrenzt genutzt werden können.
Nach Ansicht der Betreiber entspricht dieses Konzept der Unternehmensphilosophie. Familien sollen selbst entscheiden können, wie viel sie ausgeben möchten, ohne bereits am Eingang zur Kasse gebeten zu werden.
Auszeichnung als bester Freizeitpark der USA
Dass dieses Konzept funktioniert, zeigt der Erfolg des Familienunternehmens. In den Tripadvisor Travelers‘ Choice Awards wurde Knoebels 2026 als bester Freizeit- und Wasserpark der Vereinigten Staaten ausgezeichnet. Auch bei den Leserwahlen von USA TODAY 10Best erreichte der Park einen Spitzenplatz unter den beliebtesten Freizeitparks des Landes.
Mit mehr als 100 Fahrgeschäften und Attraktionen verbindet der Park nostalgisches Flair mit modernen Angeboten. Viele historische Karussells und Fahrgeschäfte wurden über Jahrzehnte liebevoll restauriert und gehören heute zu den Wahrzeichen der Anlage.
Ein Erfolgsmodell gegen den Branchentrend
Während zahlreiche Freizeitparks in den vergangenen Jahren ihre Eintrittspreise kontinuierlich erhöht haben, setzt Knoebels weiterhin auf ein Modell, das Vertrauen und Flexibilität in den Mittelpunkt stellt.
Die Betreiber sehen darin einen wesentlichen Grund für den langjährigen Erfolg. Besucher sollen den Park nicht als kommerzielle Erlebniswelt wahrnehmen, sondern als Ort, an dem Familien unabhängig vom Budget gemeinsam Zeit verbringen können.
Auch nach einem Jahrhundert bleibt die Grundidee deshalb unverändert: Kein Eintritt, keine Parkplatzgebühren – und die Freiheit, den Aufenthalt ganz nach den eigenen Wünschen zu gestalten. In einer Branche, die zunehmend auf Komplettpakete und hohe Eintrittspreise setzt, ist Knoebels damit eine bemerkenswerte Ausnahme geblieben.
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