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Schweizer KI-Start-up Giotto fordert ChatGPT und Claude heraus

eikira (CC0), Pixabay
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Mit einer selbst entwickelten Plattform für Künstliche Intelligenz will das Schweizer Start-up Giotto.ai den internationalen Markt aufmischen. Das Unternehmen aus Lausanne kündigte jetzt die Einführung einer kostenlosen Cloud-Version seines universell einsetzbaren KI-Systems an und positioniert sich dabei bewusst als europäische Alternative zu den marktführenden Modellen von OpenAI und Anthropic.

Für Giotto-Gründer und CEO Aldo Podesta geht es dabei um mehr als nur den Wettbewerb zwischen einzelnen KI-Anbietern. Der Zugang zu leistungsfähiger Künstlicher Intelligenz dürfe nicht ausschließlich von wenigen internationalen Technologiekonzernen kontrolliert werden. Europa müsse eigene Lösungen entwickeln und betreiben, um seine technologische Souveränität langfristig zu sichern.

Anspruch auf Augenhöhe mit den Marktführern

Nach Angaben des Unternehmens wurde das KI-System seit mehreren Jahren von einem 27-köpfigen Entwicklerteam in Lausanne aufgebaut. Gegenüber der Neuen Zürcher Zeitung erklärte Podesta, er habe die vergangenen Monate intensiv mit verschiedenen führenden KI-Modellen gearbeitet – darunter ChatGPT Pro, Claude und das eigene System Giotto.

Sein Fazit fällt selbstbewusst aus: Im praktischen Einsatz erkenne er inzwischen keinen wesentlichen Unterschied mehr zwischen den etablierten internationalen Spitzenmodellen und der eigenen Entwicklung.

Ob sich diese Einschätzung auch in unabhängigen Vergleichstests bestätigt, bleibt allerdings abzuwarten. Der Markt für generative KI entwickelt sich derzeit mit hoher Geschwindigkeit, wobei regelmäßig neue Modelle mit verbesserten Leistungswerten vorgestellt werden.

Fokus auf Europa und Datenschutz

Ein zentrales Verkaufsargument von Giotto ist die europäische Infrastruktur. Die neue Cloud-Version wird nach Unternehmensangaben vollständig in Europa gehostet. Damit möchte das Unternehmen insbesondere Kunden ansprechen, die Wert auf Datenschutz, Datensouveränität und die Einhaltung europäischer Datenschutzstandards legen.

Giotto bezeichnet diesen Ansatz als Beitrag zur technologischen Unabhängigkeit Europas. Ziel sei es, leistungsfähige KI-Systeme bereitzustellen, die innerhalb europäischer Infrastruktur betrieben werden können, gleichzeitig aber weltweit verfügbar bleiben.

Wettbewerb wird intensiver

Der Markt für generative Künstliche Intelligenz wird bislang von wenigen großen Anbietern dominiert. Neben OpenAI mit ChatGPT gehören Anthropic mit Claude sowie Google, Meta und xAI zu den wichtigsten Akteuren. Gleichzeitig entstehen in Europa zunehmend Unternehmen, die eigene Sprachmodelle und KI-Plattformen entwickeln, um eine Alternative zu den überwiegend US-amerikanischen Anbietern anzubieten.

Ob Giotto langfristig tatsächlich zu den führenden internationalen KI-Plattformen aufschließen kann, wird maßgeblich von der Leistungsfähigkeit der Modelle, der Akzeptanz am Markt und der Fähigkeit abhängen, mit dem enormen Innovationstempo der Branche Schritt zu halten.

Fest steht jedoch: Der Wettbewerb um leistungsfähige KI-Systeme wird zunehmend global – und Europa versucht, sich mit eigenen Lösungen stärker zu positionieren.

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