Ein Wochenende voller tragischer Unglücke hat weltweit zahlreiche Menschenleben gefordert. Vor der kroatischen Adriaküste, in den USA und in Brasilien kamen insgesamt mehr als 20 Menschen ums Leben. Gleichzeitig sorgte ein Erdbeben in Griechenland für Unruhe, während der Politologe Francis Fukuyama mit einem neuen Buch vor den Folgen politischer Selbstzufriedenheit warnt.
Tödliche Kollision vor Kroatiens Küste
Vor der kroatischen Adriaküste stießen ein Ausflugsschiff und ein Segelboot zusammen. Das unter französischer Flagge fahrende Segelboot sank nach der Kollision zwischen den Inseln Šolta und Brač.
Drei Urlauber aus Tschechien kamen ums Leben, eine weitere Person wird weiterhin vermisst. Vier Menschen konnten aus dem Wasser gerettet werden. Die 118 Passagiere sowie sieben Besatzungsmitglieder des kroatischen Ausflugsschiffs blieben unverletzt.
Eine Unterwasserdrohne ortete das Wrack in mehr als 50 Metern Tiefe. Behörden vermuten, dass sich die vermisste Person noch im Inneren des gesunkenen Bootes befindet.
Flugzeugabsturz in Missouri: Zwölf Tote
In den USA ereignete sich ein weiteres schweres Unglück. Ein Flugzeug mit Fallschirmspringern stürzte kurz nach dem Start nahe dem Flughafen von Butler im Bundesstaat Missouri ab.
Nach Angaben der Behörden kamen alle zwölf Insassen ums Leben, darunter der Pilot und elf Hobby-Fallschirmspringer. Warum die Maschine kurz nach dem Start umkehrte und schließlich abstürzte, ist bislang unklar.
Hubschrauber stoßen über Rio zusammen
Auch in Brasilien kam es zu einer Katastrophe in der Luft. Zwei Hubschrauber kollidierten über dem Westen von Rio de Janeiro und stürzten ab. Mindestens sechs Menschen starben.
Unter den Todesopfern befindet sich nach Angaben der Polizei auch der US-Musiker Oliver Tree. Der 32-Jährige war mit Songs wie „Alien Boy“, „Life Goes On“ und „Miss You“ international bekannt geworden und befand sich für Konzertauftritte in Brasilien.
Fernsehbilder zeigten brennende Fahrzeuge und eine große Rauchwolke über dem Unfallort.
Erdbeben erschüttert Griechenland
Weniger dramatisch verlief ein Naturereignis in Griechenland. Ein Erdbeben der Stärke 5,1 erschütterte den Südwesten der Peloponnes.
Das Zentrum lag rund 16 Kilometer vor der Küste von Methoni in etwa neun Kilometern Tiefe. Schäden wurden bislang nicht gemeldet, dennoch war das Beben in weiten Teilen der Region und sogar auf Kreta deutlich zu spüren.
Seismologen schließen weitere Erschütterungen nicht aus.
Fukuyama warnt vor der „Langeweile der Demokratie“
Während die Welt von Unglücken und Krisen geprägt wird, blickt der US-Politologe Francis Fukuyama auf die politischen Herausforderungen westlicher Demokratien.
In seinem neuen Buch „Der letzte Mensch. Wohin steuert die Welt?“ greift der Autor seines berühmten Werkes „Das Ende der Geschichte“ eine These auf, die ihn seit Jahrzehnten beschäftigt: Der größte Feind liberaler Demokratien komme heute von innen.
Fukuyama argumentiert, dass viele Menschen nach Jahrzehnten von Frieden, Wohlstand und politischer Stabilität die Vorteile demokratischer Systeme als selbstverständlich betrachten. Daraus entstehe eine gefährliche politische Langeweile, die populistischen und autoritären Bewegungen Auftrieb gebe.
Besonders überrascht zeigt sich der 73-Jährige von der Wiederwahl Donald Trumps. Noch vor wenigen Jahren habe er geglaubt, die demokratischen Institutionen der USA seien stark genug, um autoritären Entwicklungen dauerhaft zu widerstehen.
Trotz aller Sorgen sieht Fukuyama jedoch Hoffnungsschimmer. Demokratische Gesellschaften könnten sich erneuern, wenn unterschiedliche politische Kräfte gemeinsam gegen autoritäre Tendenzen auftreten.
Eine Welt zwischen Krisen und Unsicherheit
Ob Schiffsunglück in Kroatien, Flugzeugabsturz in den USA, Hubschrauberkollision in Brasilien oder politische Spannungen in vielen Demokratien: Das Wochenende zeigt einmal mehr, wie fragil Sicherheit und Stabilität sein können.
Während Rettungskräfte nach Vermissten suchen und Ermittler Unglücksursachen aufklären, beschäftigt sich die Politik mit einer anderen Frage: Wie widerstandsfähig sind moderne Gesellschaften in einer Zeit, in der Krisen zur neuen Normalität geworden sind
Kommentar hinterlassen