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Scharfe Krise in der Karibik: Hot-Soßen werden knapp – und plötzlich richtig teuer

Edurs34 (CC0), Pixabay
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Für viele Menschen in der Karibik gehört scharfe Soße zum Essen wie Ketchup in den USA. Doch ausgerechnet die berühmten Scotch-Bonnet-Chilis, Herzstück unzähliger karibischer Hot-Soßen, werden plötzlich knapp – mit drastischen Folgen für Produzenten und Verbraucher.

Hersteller aus Jamaika und anderen Inselstaaten schlagen Alarm:
Extremwetter, Krankheiten und Schädlinge setzen den empfindlichen gelben Chilis massiv zu. Besonders die schweren Hurrikans „Beryl“ und „Melissa“ haben große Teile der Ernten zerstört.

Die Folgen sind längst spürbar:

  • Lieferengpässe,
  • abgesagte Bestellungen,
  • explodierende Preise.

Der jamaikanische Hersteller Walkerswood musste nach eigenen Angaben bereits Aufträge streichen, weil schlicht nicht genug Chilis verfügbar waren. Das Unternehmen exportiert über 95 Prozent seiner Produkte – vor allem in die USA.

Besonders problematisch:
Die typischen gelben Scotch-Bonnet-Chilis sind extrem empfindlich. Zu viel Regen verändert nicht nur die Ernte, sondern sogar die Schärfe der Soßen.

„Manche Kunden rufen an und fragen, warum die Soße nicht so scharf ist wie sonst“, berichtet Hersteller Sean Garbutt. Die Erklärung:
Zu viel Regen verdünnt praktisch den Schärfegrad der Früchte.

Noch dramatischer beschreibt Drew Gray vom bekannten Hersteller Gray’s Pepper die Situation:
Nach Hurrikan Melissa seien die Preise für Scotch-Bonnet-Chilis zeitweise „um das Zehnfache“ gestiegen. Insgesamt hätten sich die Kosten in den vergangenen zwei Jahren um 40 bis 50 Prozent erhöht.

Viele Bauern steigen inzwischen auf robustere Feldfrüchte wie Süßkartoffeln um, weil diese weniger wetteranfällig und profitabler sind.

Für die Hot-Soßen-Industrie ist das ein Problem:
Denn die gelben Scotch-Bonnet-Chilis gelten in Jamaika fast als Kulturgut.

„Wir scherzen oft, dass andere Länder einfach nicht würzen können“, sagt Gray mit einem Lächeln.

Die Karibik exportiert ihre scharfen Soßen inzwischen weltweit – bis in große Supermarktketten wie Walmart, Tesco oder Woolworths. Die internationale Nachfrage wächst eigentlich stetig. Doch genau jetzt geraten Produktion und Lieferketten ins Wanken.

Einige Produzenten versuchen bereits gegenzusteuern:

  • größere Lagerbestände,
  • robustere Hybrid-Chilis,
  • eigene Farmen
  • und sogar genetische Forschung für widerstandsfähigere Scotch-Bonnet-Sorten.

Trotzdem bleibt die Sorge groß:
Sollten weitere schwere Stürme die Region treffen, könnten Hot-Soßen aus der Karibik weltweit deutlich teurer werden – oder zeitweise sogar aus den Regalen verschwinden.

Oder anders gesagt:
Selbst die schärfste Soße der Welt ist offenbar machtlos gegen den Klimawandel.

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