50 Grad Asphalttemperatur, glühende Reifen und Fahrer, die im Cockpit wahrscheinlich schon ans Eisbaden denken. Doch einer behielt einen Kopf so kühl wie ein Kühlschrank auf Polarurlaub: George Russell. Der Mercedes-Pilot ließ sich vom Hitzeschock nicht beeindrucken und fuhr souverän zu seinem zweiten Saisonsieg.
Hinter ihm machte Max Verstappen schon beim Start klar, dass Heimrennen für ihn kein gemütlicher Sonntagsausflug sind. Während Charles Leclerc lieber Plätze verschenkte und WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli gleich mehrfach unfreiwillig das Streckenrandprogramm testete, pflügte der Niederländer durchs Feld wie ein Mähdrescher durchs Korn.
Weiter hinten wurde es dagegen richtig heiß – im wahrsten Sinne des Wortes. Erst musste Valtteri Bottas seinen Cadillac mit qualmendem Auto abstellen, kurz darauf meldete Sergio Pérez Feuer im Cockpit. Für Cadillac war der Österreich-GP schneller vorbei als ein Eiswürfel in der Wüste. Das neue Team bewies eindrucksvoll: Brennen kann man auch ohne Bestzeit.
Das Duell des Tages lieferten sich Verstappen und Lewis Hamilton. Die beiden überholten sich so oft, dass die Positionsanzeige vermutlich seekrank wurde. Mal war Max vorne, dann verbremste er sich wieder, Hamilton konterte, Verstappen drängte zurück – Rad an Rad, Zentimeterarbeit und jede Menge Adrenalin. So muss Formel 1 aussehen.
Während die beiden miteinander beschäftigt waren, machte Russell das, was clevere Rennfahrer eben tun: einfach davonfahren.
Ferrari hingegen spielte wieder einmal Strategie-Bingo. Hamilton bekam rote Reifen, musste kurz darauf erneut an die Box und durfte anschließend feststellen, dass Platz sieben nicht unbedingt der schnellste Weg aufs Podium ist. Was genau sich die Scuderia dabei gedacht hat? Vermutlich nichts, was Außenstehende jemals verstehen werden. Manche Geheimnisse bleiben eben besser in Maranello.
Im Finale setzte Red Bull alles auf frische Reifen. Verstappen jagte Russell mit Vollgas hinterher, klagte zwischendurch allerdings über tote Reifen. Die wurden zwar ersetzt, doch elf Sekunden Rückstand holt man selbst als Max Verstappen nicht mal eben beim Vorbeifahren auf.
Russell blieb nervenstark und brachte den Mercedes mit 1,6 Sekunden Vorsprung ins Ziel. Der Lohn: Saisonsieg Nummer zwei und Rang zwei in der Weltmeisterschaft.
Die Moral des Tages? Bei 50 Grad gewinnt nicht der Heißsporn – sondern der mit dem coolsten Kopf. Und Ferrari beweist einmal mehr, dass Strategie manchmal eher ein Kunstprojekt als Motorsport ist.
| Endstand nach 71 Runden (306,452 km): | ||||
| 1. | George Russell | GBR | Mercedes | |
| 2. | Max Verstappen | NED | Red Bull | + 1,611 |
| 3. | Kimi Antonelli | ITA | Mercedes | 1,986 |
| 4. | Oscar Piastri | AUS | McLaren | 21,809 |
| 5. | Lewis Hamilton | GBR | Ferrari | 26,393 |
| 6. | Isack Hadjar | FRA | Red Bull | 29,399 |
| 7. | Lando Norris | GBR | McLaren | 31,505 |
| 8. | Charles Leclerc | MON | Ferrari | 45,659 |
| 9. | Liam Lawson | NZL | Racing Bulls | 1 Runde |
| 10. | Arvid Lindblad | GBR | Racing Bulls | 1 Runde |
| 11. | Gabriel Bortoleto | BRA | Audi | 1 Runde |
| 12. | Nico Hülkenberg | GER | Audi | 1 Runde |
| 13. | Pierre Gasly | FRA | Alpine | 1 Runde |
| 14. | Oliver Bearman | GBR | Haas | 1 Runde |
| 15. | Franco Colapinto | ARG | Alpine | 1 Runde |
| 16. | Esteban Ocon | FRA | Haas | 2 Runden |
| 17. | Alexander Albon | THA | Williams | 2 Runden |
| 18. | Fernando Alonso | ESP | Aston Martin | 3 Runden |
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