Zwei Spiele, zwei Niederlagen, null Punkte und kein einziges eigenes Tor. Zweimal 0:2. Sechs mögliche Punkte sind bereits weg. Das ist kein kleiner Schönheitsfehler und auch kein unglücklicher Start mehr. Das ist ein Fehlstart, der jedem Chemie-Fan die Laune verdirbt.
Natürlich kann man beim BFC Dynamo verlieren. Natürlich ist die Saison lang. Und natürlich war nicht alles schlecht. Aber genau diese Sätze wollen wir nach zwei Spieltagen nicht schon wieder hören. Fußball wird nicht danach bewertet, ob eine Mannschaft „bemüht“ war oder „kein schlechtes Spiel“ gemacht hat. Am Ende zählen Tore und Punkte. Beides hat Chemie bisher nicht geliefert.
In Berlin war die Mannschaft anfangs aktiver, aber echte Torgefahr entstand kaum. Stattdessen sammelte Chemie innerhalb kurzer Zeit vier Gelbe Karten. Leidenschaft ist wichtig, Härte gehört dazu – aber Karten ersetzen keine Torchancen. Wer vorne harmlos bleibt und hinten bei einer Ecke nicht konsequent verteidigt, braucht sich über eine Niederlage nicht zu wundern.
Nach dem 0:1 hätte ein Aufbäumen kommen müssen. Ein Zeichen. Ein wütender Angriff. Irgendetwas, das zeigt: Wir nehmen dieses Ergebnis nicht einfach hin. Doch genau dieses Aufbäumen blieb aus. Stattdessen bekam der Gegner Raum und Zeit und machte das 2:0.
Und dann heißt es, man habe kein schlechtes Spiel gemacht.
Liebe Spieler, davon können sich die Fans nichts kaufen. Die Menschen fahren mit, opfern ihre Zeit, geben ihr Geld aus und stehen hinter diesem Verein. Sie erwarten keine Wunderdinge und keinen Zauberfußball. Aber sie erwarten Einsatz, Mut, Konsequenz und den unbedingten Willen, ein Spiel noch zu drehen.
Chemie muss endlich in der neuen Saison ankommen. Nicht nächste Woche, nicht irgendwann im Herbst, sondern jetzt. Die Regionalliga wartet auf niemanden. Wer die ersten Wochen verschläft, läuft der Konkurrenz monatelang hinterher.
Am Mittwoch kommt mit dem Halleschen FC ein echtes Schwergewicht in den Alfred-Kunze-Sportpark. Vielleicht ist genau das die Gelegenheit, endlich ein deutliches Zeichen zu setzen. Niemand verlangt, dass Chemie jeden Gegner aus dem Stadion schießt. Aber jeder Fan darf verlangen, dass die Mannschaft kämpft, Chancen erzwingt und sich gegen eine Niederlage stemmt.
Zweimal 0:2 reichen.
Jetzt müssen Tore her. Jetzt müssen Punkte her. Jetzt muss auf dem Platz sichtbar werden, was Chemie ausmacht.
Grün und Weiß bedeutet Kampf, Leidenschaft und Zusammenhalt. Also zeigt es endlich.
Die Saison hat längst begonnen.
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