An mehreren Messstellen in Deutschland und den Niederlanden ist der Rhein auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen gefallen. Besonders betroffen waren Köln und Lobith an der deutsch-niederländischen Grenze. Auch Donau und Po führen ungewöhnlich wenig Wasser.
Grund sind anhaltende Hitze und Trockenheit in weiten Teilen Europas. Nach Angaben europäischer Beobachtungsstellen bleibt die Dürrelage in vielen Regionen kritisch. Für die kommenden Tage werden in Mittel- und Südeuropa erneut Temperaturen von mehr als 40 Grad erwartet.
Ende Juli zeigten 44 Prozent der Messstellen am Rhein und 78 Prozent an der Donau extrem niedrige Wasserstände. Besonders wichtig ist der Pegel bei Kaub nahe Koblenz. Dort sank die nutzbare Wassertiefe zeitweise auf 25 Zentimeter und erreichte damit den bisherigen Rekordwert aus dem Jahr 2018.
Der Schiffsverkehr auf dem Rhein dürfte zwar nicht vollständig eingestellt werden. Frachter können jedoch nur noch deutlich weniger Ladung transportieren. Dadurch werden mehr Schiffe benötigt, was die Kosten erhöht und Lieferengpässe verursachen kann.
Auch an der Donau sind die Folgen erheblich. In mehreren Ländern wurden die niedrigsten Wasserstände seit Jahrzehnten gemessen. Ungarns einziges Atomkraftwerk musste seine Leistung reduzieren und könnte bei weiter sinkendem Wasserstand vollständig abgeschaltet werden. In Serbien wurde die Stromproduktion in Kohlekraftwerken gedrosselt, weil Kühlwasser fehlt.
Rumänien sprengte sogar einen Felsen am Donauufer, um mehr Wasser zum Atomkraftwerk Cernavodă umzuleiten. Außerdem stoppten Dacia und Ford vorübergehend ihre Produktion, um Strom zu sparen.
In Italien erreichte der Po ebenfalls einen historischen Tiefstand. Dort drohen Probleme bei der Trinkwasserversorgung und in der Landwirtschaft. Salzwasser dringt zunehmend in den Fluss ein und erschwert die Bewässerung.
Fachleute betonen, dass der Klimawandel durch höhere Temperaturen die Verdunstung verstärkt und Dürreperioden wahrscheinlicher macht.
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