Ariana Grande hat angekündigt, sich nach dem Ende ihrer aktuellen Tournee vorerst aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. Der Schritt folgt auf jahrelange Spekulationen und Kommentare über ihr Aussehen, ihr Gewicht und ihren Gesundheitszustand.
Bereits vor drei Jahren hatte die Sängerin und Schauspielerin ihre Fans in einem TikTok-Video darum gebeten, nicht über ihren Körper zu urteilen. Damals erklärte sie, dass Gesundheit und Schönheit sehr unterschiedlich aussehen könnten. Dennoch riss die öffentliche Diskussion über ihre Figur und ihr Wohlbefinden nicht ab.
Nach Angaben ihres Sprechers wolle Grande ihre Tournee noch erfolgreich und gesund beenden und sich anschließend eine längere Pause von öffentlichen Auftritten und Verpflichtungen gönnen. Die ständige Beobachtung und Bewertung durch Medien und soziale Netzwerke habe zu dieser Entscheidung beigetragen.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt das Thema nach der Veröffentlichung ihres achten Studioalbums „Petal“ und des Videos zum gleichnamigen Titelsong. Darin spielt Grande verschiedene Versionen eines Popstars vor einer Gruppe männlicher Talentscouts. Keine dieser Figuren scheint den Erwartungen zu genügen. Unter anderem wird ihr nahegelegt, Gewicht zu verlieren, später wird ihr vorgeworfen, nicht mehr so zu sein wie früher.
Das Video endet bewusst drastisch: Grande greift zur Kettensäge und tötet die Männer. Die Sängerin erklärte, das Album sei aus einer für sie ungewohnten Haltung heraus entstanden – aus ungefilterter Wut über den Druck, der mit öffentlicher Wahrnehmung und Ruhm verbunden ist.
Trotz dieser Botschaft konzentrierten sich viele Reaktionen erneut vor allem auf ihr Aussehen. In sozialen Netzwerken äußerten einige Menschen angebliche Sorge um ihre Gesundheit, andere kritisierten die fortgesetzten Kommentare über ihren Körper. Unter dem Hashtag „We love you Ariana“ bekundeten zahlreiche Fans ihre Unterstützung.
Grande hatte schon früher deutlich gemacht, wie belastend die ständige Beobachtung für sie sei. Seit ihrer Jugend steht sie im Rampenlicht. Im Rahmen der „Wicked“-Promotion erklärte sie 2024, sie fühle sich seit ihrem 16. oder 17. Lebensjahr wie ein Untersuchungsobjekt. Ganz gleich, was sie an sich verändere, es werde anschließend aus einem anderen Grund kritisiert.
Ihre angekündigte Pause hat auch berufliche Folgen. Grande wird nicht wie geplant 2027 gemeinsam mit Jonathan Bailey im Londoner Musical „Sunday in the Park with George“ auftreten. Zuvor beendet sie noch ihre „Eternal Sunshine“-Tour, die unter anderem mehrere Konzerte in London umfasst.
Die Künstlerin blickt auf eine lange und erfolgreiche Karriere zurück. Sie begann bereits als Kind zu singen, wurde als Teenager durch Nickelodeon-Serien bekannt und entwickelte sich später zu einem der erfolgreichsten Popstars ihrer Generation. Sie erreichte zahlreiche Nummer-eins-Hits, gewann mehrere Grammys und wurde für ihre Rolle in „Wicked“ für einen Oscar nominiert.
Gleichzeitig war ihr Leben von schweren persönlichen Erfahrungen geprägt. Nach dem Anschlag auf ihr Konzert in Manchester im Jahr 2017 sprach sie offen über Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung. Auch den Tod ihres früheren Partners Mac Miller und die ständige öffentliche Beobachtung ihrer Beziehungen verarbeitete sie später in Interviews und Musik.
Grande hat zudem über Depressionen und Zwangsstörungen gesprochen und sich für verpflichtende psychologische Unterstützung für Kinderstars ausgesprochen. Mit ihrer neu gegründeten „Brighter Days Ahead Foundation“ will sie außerdem Projekte zur psychischen Gesundheit unterstützen.
Ihre zentrale Botschaft bleibt unverändert: Selbst gut gemeinte Kommentare über den Körper eines anderen Menschen können verletzend sein. Niemand könne von außen wissen, was eine Person tatsächlich durchmache. Deshalb wünsche sie sich mehr Zurückhaltung, Mitgefühl und Respekt.
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