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Rekordhitze in Westeuropa: Frankreich, Großbritannien und Spanien erleben außergewöhnliche Temperaturen

stux (CC0), Pixabay
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Millionen Menschen leiden unter extremer Hitze – Behörden warnen vor Gesundheitsgefahren und Waldbränden

Eine außergewöhnliche Hitzewelle hält weite Teile Westeuropas fest und sorgt für neue Temperaturrekorde. Frankreich verzeichnete den heißesten Tag seit Beginn der landesweiten Messungen, Großbritannien den wärmsten Junitag seiner Geschichte und Spanien die höchste durchschnittliche Tagestemperatur, die jemals im Juni gemessen wurde.

In Frankreich stieg der nationale Temperaturindex – der Tages- und Nachttemperaturen aus zahlreichen Messstationen zusammenfasst – am Mittwoch auf 30 Grad Celsius und erreichte damit den höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1947. In weiten Teilen des Landes wurden Höchstwerte zwischen 39 und 43 Grad gemessen. Mehr als die Hälfte Frankreichs steht weiterhin unter der höchsten Hitzewarnstufe. Zehntausende Haushalte im Westen des Landes sind zudem von Stromausfällen betroffen.

Auch Paris leidet unter der extremen Hitze. Der Louvre und der Eiffelturm schlossen früher als üblich, um Besucher und Mitarbeitende zu schützen. Nach Angaben des Louvre sei das historische Gebäude den Auswirkungen des Klimawandels nicht ausreichend angepasst.

Die anhaltende Hitze fordert bereits Menschenleben. Seit Beginn der Hitzewelle kamen in Frankreich mindestens 40 Menschen bei hitzebedingten Badeunfällen ums Leben. Darunter ist auch ein sechsjähriges Kind, das an einem Strand in der Region Gironde ertrank. Gleichzeitig warnen die Behörden vor einer erhöhten Waldbrandgefahr. Im Département Maine-et-Loire kämpften mehr als 150 Feuerwehrleute gegen einen größeren Waldbrand, der inzwischen unter Kontrolle gebracht werden konnte.

Arbeitsminister Jean-Pierre Farandou erklärte, Frankreich müsse sich darauf einstellen, dauerhaft ein deutlich heißeres Land zu sein. Gesellschaft und Infrastruktur müssten an diese Entwicklung angepasst werden. Ab Freitag wird mit einer allmählichen Entspannung der Wetterlage gerechnet.

Auch in anderen Teilen Europas sorgt die Hitzewelle für außergewöhnliche Belastungen. In Großbritannien wurde mit 36,1 Grad in Gosport der bislang heißeste Junitag seit Beginn der Messungen registriert. Meteorologen schließen nicht aus, dass die Temperaturen in den kommenden Tagen auf bis zu 38 Grad steigen.

Spanien meldete mit durchschnittlich 28,17 Grad den heißesten Junitag seit Beginn der landesweiten Aufzeichnungen. Im Norden des Landes gelten weiterhin höchste Hitzewarnstufen, örtlich werden Temperaturen bis 42 Grad erwartet.

In Italien bestehen derzeit 16 rote Hitzewarnungen, vor allem im Norden und in der Landesmitte. Auch Deutschland, Belgien und die Niederlande rechnen zum Wochenende mit dem Höhepunkt der Hitzewelle. Für Polen, Kroatien und Ungarn wurden ebenfalls Warnungen vor extremer Hitze ausgegeben.

In Deutschland gab es bereits mehrere tödliche Badeunfälle während der heißen Tage. Gleichzeitig wächst in einigen Regionen die Sorge vor Trockenheit. Behörden rufen zum sparsamen Umgang mit Wasser auf, während in mehreren Städten Grillverbote gelten, um das Risiko von Wald- und Flächenbränden zu verringern.

Nach Einschätzung des europäischen Klimadienstes Copernicus erwärmt sich Europa schneller als jeder andere Kontinent. Die steigenden Temperaturen führen zu häufigeren und intensiveren Hitzewellen, erhöhen den Druck auf die Wasserversorgung und lassen das Risiko von Waldbränden weiter steigen. Für viele Menschen bedeutet die aktuelle Hitzewelle daher nicht nur eine außergewöhnliche Wetterlage, sondern eine zunehmende Herausforderung für Gesundheit und Alltag.

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