Frühmorgens in Nordrhein-Westfalen: Während normale Menschen noch versuchen herauszufinden, warum der Wecker schon wieder klingelt, rollt die Polizei zur Großrazzia gegen Neonazis an. Betroffen: gleich acht Städte und eine Gruppierung mit dem kraftvollen Namen „Jung und Stark“ – klingt ein bisschen wie ein schlecht gelaufener Fitnesskanal auf TikTok, ist laut Behörden aber dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen.
Zehn Beschuldigte stehen im Fokus, alle deutsche Staatsbürger. Einer davon sitzt praktischerweise bereits in Untersuchungshaft – quasi mit Heimvorteil bei der Polizeikontrolle.
Das Bundeskriminalamt beobachtet schon länger, dass immer mehr rechtsextreme Jugendgruppen aus dem Boden schießen. Namen wie „Deutsche Jugend Voran“, „Der Störtrupp“ oder „Letzte Verteidigungswelle“ klingen dabei weniger nach politischer Bewegung und mehr nach missglückten LAN-Party-Clans aus den frühen 2000ern.
Besonders auffällig: Die Gruppen treten laut Behörden immer aggressiver auf – etwa bei Veranstaltungen wie dem Christopher Street Day, wo gezielt queere Menschen angegriffen wurden. Also wieder dieses klassische Muster: große Sprüche von „Stärke“ und „Verteidigung“, aber am Ende pöbelt man gegen Minderheiten.
Die Ermittlungen laufen mit Unterstützung des Verfassungsschutzes. Details zu den Durchsuchungen gibt es noch nicht. Wahrscheinlich wird aber irgendwo gerade sehr nervös versucht, Chatverläufe zu löschen und bestimmte Sticker-Sammlungen verschwinden zu lassen.
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