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Proteste gegen Massentourismus, Venedig zieht Bilanz und Streit zwischen Brasilien und Argentinien

rapplw (CC0), Pixabay
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Auf Mallorca haben erneut Tausende Menschen gegen die Folgen des Massentourismus demonstriert. Nach Angaben der Polizei versammelten sich rund 25.000 Teilnehmer auf der Plaza de España in Palma. Von dort zog der Protestzug durch die Innenstadt bis zur Kathedrale, wo die Veranstalter ein Manifest verlasen.

Zu der Kundgebung hatte bereits zum dritten Mal die Initiative „Menys Turisme, Més Vida“ – „Weniger Tourismus, mehr Leben“ – aufgerufen. Unter dem Motto „Mallorca am Limit“ fordern Nachbarschaftsverbände, Umweltorganisationen und weitere Gruppen eine Begrenzung der Besucherzahlen. Sie machen den wachsenden Tourismus und die steigende Zahl an Ferienwohnungen für Wohnungsnot, hohe Mieten, Verkehrsprobleme, Lärm, Verschmutzung und Schäden an der Natur verantwortlich.

Auch Venedig versucht, seine Besucherströme stärker zu steuern. Die italienische Lagunenstadt nahm 2026 mit ihrer Tagesgebühr rund fünf Millionen Euro ein. Etwa 650.000 Tagesgäste zahlten für den Zutritt zur Altstadt. Wer seinen Besuch frühzeitig anmeldete, musste fünf Euro entrichten, bei kurzfristiger Buchung innerhalb der letzten vier Tage wurden zehn Euro fällig.

Die Gebühr galt zwischen Anfang April und Ende Juli an insgesamt 60 Tagen. Damit wurde der Testzeitraum gegenüber den Vorjahren erneut ausgeweitet. Einwohner der Region Venetien, Studierende und Pendler waren von der Zahlung befreit. Die Stadtverwaltung will nun prüfen, ob das Modell dauerhaft eingeführt werden soll.

Während in Europa über Tourismus und Besucherbegrenzungen diskutiert wird, sorgt in Südamerika ein diplomatischer Streit für Spannungen. Brasilien rief seinen Botschafter aus Buenos Aires zu Konsultationen zurück, nachdem Argentiniens Präsident Javier Milei bei einer Veranstaltung der brasilianischen Liberalen Partei den amtierenden Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva scharf angegriffen hatte.

Milei bezeichnete Lula unter anderem als „Dieb“ und „Häftling“ und rief dazu auf, sich vom Sozialismus in Lateinamerika abzuwenden. Gleichzeitig unterstützte er den rechtsgerichteten Präsidentschaftskandidaten Flávio Bolsonaro, Sohn des früheren Präsidenten Jair Bolsonaro.

Zusätzliche Empörung löste Mileis Angriff auf den brasilianischen Richter Alexandre de Moraes aus. Dieser hatte dem argentinischen Präsidenten einen Besuch bei Jair Bolsonaro untersagt. Milei reagierte mit einer beleidigenden Äußerung über den Richter. Der Vorfall dürfte die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Brasilien und Argentinien weiter belasten.

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