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Protest gegen Google-Chef bei Stanford-Abschlussfeier

KoLa (CC0), Pixabay
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Die Abschlussfeier der renommierten Stanford University ist von Protesten gegen Google-Chef Sundar Pichai überschattet worden. Während der CEO des Technologiekonzerns seine Festrede begann, verließen zahlreiche Absolventinnen und Absolventen demonstrativ die Veranstaltung.

Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie Dutzende Studierende den Veranstaltungsort verlassen. Einige Protestierende hielten Schilder mit Aufschriften wie „ICE spies with Google AI“ („ICE spioniert mit Googles KI“) hoch. Die Kritik richtete sich vor allem gegen die Zusammenarbeit des Unternehmens mit US-Behörden und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in staatlichen Projekten.

Pichai reagiert mit Humor

Pichai, selbst Absolvent der Stanford University, ging in seiner Rede nicht direkt auf die Proteste ein. Stattdessen machte er einen scherzhaften Verweis auf die erwarteten Demonstrationen.

„Viele dachten, das würde für mich sehr schwierig werden“, sagte er. „Es sind schließlich die letzten zwei Buchstaben meines Nachnamens.“ Damit spielte er auf die Silbe „AI“ an, die zugleich für Artificial Intelligence (Künstliche Intelligenz) steht.

Wie viele Studierende die Feier tatsächlich verließen, ist unklar. Das Nachrichtenportal SFGate schätzte die Zahl auf rund 200 Personen.

Unterschiedliche Motive für die Proteste

Nicht alle Demonstrierenden schienen dieselben Anliegen zu verfolgen. Einige Teilnehmer trugen palästinensische Flaggen, was darauf hindeutet, dass sich die Proteste auch gegen die Rolle großer Technologiekonzerne im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt richteten.

Google steht seit Monaten wegen verschiedener Regierungsaufträge und seiner Beteiligung an KI-Projekten unter Kritik von Beschäftigten und Aktivisten.

Wachsende Skepsis gegenüber KI

Die Proteste in Stanford sind Teil eines größeren Trends an US-Universitäten. Bei mehreren Abschlussfeiern stießen Redner zuletzt auf Widerstand, sobald sie über Künstliche Intelligenz sprachen.

So wurde der frühere Google-Chef Eric Schmidt bei einer Rede an der University of Arizona ausgebuht, nachdem er den aktuellen KI-Boom mit der Computerrevolution der 1980er Jahre verglichen hatte. Schmidt reagierte auf die Zwischenrufe mit den Worten: „Ich weiß, was viele von Ihnen dabei empfinden. Ich höre Sie.“

Ähnliche Szenen gab es auch an der University of Central Florida sowie an der Middle Tennessee State University. Dort wurden Redner ebenfalls ausgebuht, nachdem sie die Chancen von Künstlicher Intelligenz hervorgehoben hatten.

Sorge um Arbeitsplätze

Die Proteste spiegeln die wachsende Unsicherheit vieler Studierender wider. Während Unternehmen KI als Zukunftstechnologie feiern, befürchten zahlreiche junge Menschen, dass automatisierte Systeme künftig Arbeitsplätze verdrängen und Karrierechancen einschränken könnten.

Damit wird Künstliche Intelligenz zunehmend zu einem politischen und gesellschaftlichen Streitthema – selbst an Tagen, die eigentlich den akademischen Erfolg der Absolventinnen und Absolventen feiern sollen.

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