Ein launischer Kommentar aus Sicht eines frustrierten, aber humorvollen Löwen-Fans
Es gibt Vereine, die diskutieren über Neuzugänge, Trainingslager und Aufstiegschancen. Und dann gibt es den TSV 1860 München. Dort diskutiert man inzwischen über Gesellschaftsrecht, Treuepflichten, Gutachten von LMU-Professoren und die Frage, wer eigentlich wem wann welche Millionen hätte überweisen sollen.
Kurz gesagt: Während andere Vereine Fußball spielen, veranstalten die Löwen ein juristisches Open-Air-Seminar.
Nun hat sich also auch noch Professor Hans Christoph Grigoleit eingeschaltet. Wenn bei 1860 schon Professoren auftauchen, weiß man: Die Lage ist ernster als jede Derby-Niederlage.
Der Kern der Debatte: Hat der e.V. gegenüber der KGaA eine gesellschaftsrechtliche Treuepflicht? Übersetzt für normale Fußballfans: Muss man dem eigenen Verein helfen, bevor man ihn versehentlich in die Regionalliga schubst?
Die spannende Frage lautet inzwischen nicht mehr, ob Hasan Ismaik und der e.V. unterschiedlicher Meinung sind. Das wissen wir seit ungefähr 15 Jahren. Die eigentliche Frage lautet: Wie konnte man es schaffen, aus einem Fußballverein ein dauerhaftes Kapitel für Wirtschaftsrecht-Studenten zu machen?
Währenddessen erklärt Ismaik, das Geld sei nie das Problem gewesen. Das Geld habe bereitgelegen. Vermutlich so wie bei vielen Löwen-Fans die Hoffnung auf bessere Zeiten: vorhanden, aber irgendwie nie dort angekommen, wo sie gebraucht wird.
Besonders beeindruckend ist dabei die Konsequenz, mit der sich alle Beteiligten gegenseitig die Verantwortung zuschieben. Der e.V. sagt dies, Ismaik sagt das, Anwälte sagen wieder etwas anderes und irgendwo dazwischen steht Manfred Paula mit dem Telefon am Ohr und versucht vermutlich herauszufinden, ob man für die Regionalliga schon Auswärtsspiele in Oberfranken buchen muss.
Als Löwen-Fan sitzt man derweil auf der Tribüne dieses Dauerdramas und fragt sich: Gibt es eigentlich noch jemanden, der sich um Fußball kümmert?
Fest steht: Sollte sich am Ende herausstellen, dass der e.V. tatsächlich rechtlich stärker unter Druck gerät als bisher angenommen, könnte das die Diskussion völlig neu entfachen.
Bis dahin bleibt bei 1860 alles wie immer: Viele Gutachten, viele Schuldige, viele Schlagzeilen.
Und der Ball? Der wartet geduldig darauf, irgendwann wieder die Hauptrolle zu spielen
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