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Achtung, Fußgänger! Der Roboter kommt – und er hat Vorfahrt

Clker-Free-Vector-Images (CC0), Pixabay
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Früher musste man auf dem Gehweg höchstens Hunden, Kinderwagen oder besonders entschlossenen Rentnern ausweichen. Heute kommt aus der Zukunft ein rollender Kühlschrank mit WLAN, Kamera und einer Pizza im Bauch auf einen zugerattert – und plötzlich fragt man sich: Wer gehört hier eigentlich auf den Bürgersteig?

In immer mehr Städten der Welt kurven autonome Lieferroboter über Gehwege und bringen Burger, Milch oder Sushi direkt vor die Haustür. Die Betreiber feiern das als Revolution. Weniger Verkehr, weniger Abgase, mehr Effizienz. Klingt großartig.

Zumindest solange man nicht der Fußgänger ist, der dem kleinen Blechkollegen ausweichen muss.

Genau das nervt inzwischen viele Menschen. In Chicago hat Bürger John Roberts sogar eine Petition gestartet. Sein Vorwurf: Der Gehweg sei für Menschen gemacht worden – nicht für fahrende Lieferboxen. Wer mit Kindern unterwegs sei, müsse inzwischen teilweise Platz machen, damit ein Roboter seine Tiefkühlpizza pünktlich ausliefern könne.

Eine bemerkenswerte Entwicklung. Jahrzehntelang hieß es: „Achten Sie auf Fußgänger!“ Nun scheint das Motto zu lauten: „Achten Sie auf den Lieferroboter – er hat einen engen Zeitplan.“

Auch andere Städte sind skeptisch. Toronto hat die Roboter auf Gehwegen verboten. San Francisco hat ihre Einsatzgebiete eingeschränkt. In Glendale diskutiert die Politik sogar über ein komplettes Moratorium.

Die Sorgen reichen von Sicherheitsfragen bis zu Arbeitsplatzverlusten. Gewerkschaften warnen bereits davor, dass Lieferfahrer durch Maschinen ersetzt werden könnten. Die Hersteller wiederum versichern, ihre Roboter seien freundlich, höflich und vorsichtig.

Was irgendwie beruhigend klingt. Andererseits waren Staubsaugerroboter auch einmal harmlos, bis sie nachts um drei Uhr beschlossen haben, gegen Schränke zu fahren.

Fest steht: Die Technik wird nicht verschwinden. Experten rechnen damit, dass weltweit in wenigen Jahren Millionen dieser Fahrzeuge unterwegs sein werden.

Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht mehr, ob die Roboter kommen.

Sondern ob wir irgendwann auf dem Gehweg stehen und höflich fragen müssen:

„Entschuldigung, darf ich hier noch laufen – oder ist das jetzt die linke Spur für Lieferverkehr?“

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