Jahrzehntelang lautete die Botschaft aus Zuffenhausen: Mehr Leistung. Mehr PS. Mehr Gewinn.
Jetzt heißt das neue Sondermodell offenbar:
„Porsche Carrera Stellenabbau Edition.“
Bis zu 4.000 weitere Arbeitsplätze sollen wegfallen. Diesmal trifft es nicht nur die Produktion, sondern vor allem Management und Verwaltung. Selbst die legendäre Entwicklung in Weissach muss offenbar den Taschenrechner häufiger benutzen als den Prüfstand.
Man könnte sagen:
Der Elfer bleibt – aber die Belegschaft wird leichter.
Natürlich heißt das Ganze nicht Sparprogramm.
Heute nennt man so etwas elegant „Zukunftspaket“.
Früher sagte man schlicht:
„Wir müssen den Gürtel enger schnallen.“
Heute klingt das moderner.
Und wahrscheinlich auch teurer.
China fährt davon
Besonders bitter:
Ausgerechnet in China, wo deutsche Premiumhersteller jahrelang das große Geschäft machten, rollt inzwischen der Gegenverkehr.
Während Porsche noch darüber nachdenkt, welches Sondermodell als Nächstes erscheint, liefern chinesische Hersteller Elektroautos mit beeindruckender Technik zu Preisen, bei denen deutsche Controller Schnappatmung bekommen.
Die Zeiten, in denen allein das Wappen auf der Motorhaube den Verkauf garantierte, scheinen vorbei zu sein.
Schlanker werden…
Das Zauberwort lautet nun:
„Verschlankung.“
Interessant ist nur, dass Unternehmen offenbar immer dann schlanker werden, wenn andere ihre Arbeitsplätze verlieren.
Man hat manchmal den Eindruck:
Je dünner der Konzern werden soll, desto dicker werden die PowerPoint-Präsentationen darüber.
Premium bleibt – Personal geht
Natürlich wird weiterhin betont, dass Porsche künftig noch stärker auf margenstarke Modelle setzen möchte.
Das klingt hervorragend.
Fast so gut wie:
„Wir verkaufen weniger Autos – verdienen aber mehr daran.“
Ob der Kunde diese Rechnung ebenfalls unterschreibt, wird sich zeigen.
Denn auch Porsche-Käufer schauen inzwischen gelegentlich auf den Preis.
Ein erstaunlicher Gedanke, der in manchen Vorstandsetagen offenbar lange als theoretisches Konstrukt galt.
Die deutsche Autoindustrie wacht auf
Porsche steht mit seinen Problemen längst nicht allein da.
Volkswagen spart.
Mercedes spart.
Zulieferer sparen.
Und irgendwo sitzt wahrscheinlich gerade ein Controller mit einem Textmarker und fragt:
„Brauchen wir diese Abteilung wirklich noch?“
Die deutsche Automobilindustrie erlebt gerade das Ende einer Komfortzone, die jahrzehntelang hervorragend funktioniert hat.
Jetzt trifft sie auf neue Konkurrenz, hohe Energiekosten, Bürokratie und einen Weltmarkt, der deutlich schneller geworden ist.
Fazit
Porsche baut nach wie vor fantastische Sportwagen.
Nur zeigt sich gerade, dass selbst ein 911 Turbo mit über 300 km/h nicht schnell genug ist, wenn die wirtschaftliche Realität mit Vollgas im Rückspiegel auftaucht.
Oder anders gesagt:
Den Sprint auf der Autobahn gewinnt Porsche fast immer.
Im Rennen um die Zukunft der Autoindustrie reicht Tempo allein offenbar nicht mehr aus.
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