Willkommen zurück beim HSV, Mads Bröcker!
Dass der Name Bröcker beim HSV Tradition hat, weiß inzwischen jeder. Opa Werner hat fast zwei Jahrzehnte für den Verein gearbeitet, Papa Fabian trug ebenfalls das HSV-Trikot – jetzt ist also der Enkel dran.
Klingt nach einer echten Hamburger Fußball-Dynastie.
Aber Hand aufs Herz:
Tradition schießt keine Tore.
Natürlich freut sich jeder HSV-Fan über einen talentierten Jungen aus einer Familie mit blau-weiß-schwarzem Herz. Und wenn der Großvater sagt, der Junge sei beidfüßig, technisch stark, schnell im Kopf und hochkonzentriert, dann hört sich das alles hervorragend an.
Nur…
…die Bundesliga interessiert sich herzlich wenig für Stammbaum oder Familienalbum.
Sie fragt jeden Samstag nur eine einzige Frage:
Kannst du liefern?
Der HSV ist endlich wieder dort, wo er hingehört.
Da gibt es keine Welpenschutz-Zone mehr.
Da kommt am Wochenende kein U19-Verteidiger auf dich zugelaufen, sondern gestandene Bundesliga-Profis, die seit zehn Jahren wissen, wie man Talente freundlich begrüßt – meistens mit einem robusten Zweikampf.
Dass der HSV Mads zunächst über die U21 aufbauen möchte, ist deshalb genau der richtige Weg.
Bloß nicht den Fehler machen und den Jungen schon nach zwei guten Testspielen zum neuen Kevin De Bruyne oder Toni Kroos erklären.
Das haben wir als HSV-Fans schließlich oft genug erlebt.
Nach dem ersten gelungenen Pass heißt es sofort:
„Der wird Nationalspieler!“
Nach dem zweiten Fehlpass:
„Verleihen!“
Ein bisschen Geduld würde uns allen gut tun.
Mads Bröcker bringt ohne Zweifel spannende Voraussetzungen mit. Aber jetzt beginnt der schwierigste Teil einer Fußballkarriere.
Der Sprung vom Nachwuchs- zum Bundesliga-Profi.
Dort entscheidet nicht mehr nur Talent.
Dort zählen Konstanz, Mentalität und die Fähigkeit, auch nach einem schlechten Spiel wieder aufzustehen.
Genau das muss Mads nun beweisen.
Nicht für seinen Opa.
Nicht für seinen Vater.
Sondern für den HSV.
Und wenn er es schafft, sich im Volksparkstadion festzuspielen, werden die Fans seinen Namen feiern – ganz unabhängig davon, welche Fußballgene er mitgebracht hat.
Also Mads: Willkommen zu Hause! Jetzt zeig uns, dass die dritte Generation Bröcker nicht nur HSV-Geschichte schreibt, sondern auch Bundesliga-Geschichte schreiben kann.
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