Während sich Donald Trump einmal mehr als Architekt einer neuen Weltordnung inszeniert und dem Iran bereits einen angeblich vollzogenen „Regimewechsel“ bescheinigt, kommt ausgerechnet aus dem Lager der iranischen Opposition ein deutliches Korrektiv: Resa Pahlawi, Sohn des letzten Schahs, hält von dieser Selbstbeweihräucherung exakt gar nichts.
„Für uns war das kein Regimewechsel“, sagte Pahlawi im französischen Sender LCI – und traf damit ziemlich präzise den Punkt, den Trump in seinem üblichen Wahrheitsverhältnis offenbar großzügig übersehen hat. Denn nur weil Washington verkündet, man habe es nun „mit anderen Leuten zu tun“, bedeutet das noch lange nicht, dass sich in Teheran tatsächlich etwas Grundsätzliches verändert hätte.
Pahlawi formulierte es deutlich:
„Was für ein Regimewechsel? Das sind die gleichen Leute, auch wenn sie jetzt vielleicht etwas schwächer sind.“
Damit zerlegt der Exil-Oppositionelle Trumps vollmundige Behauptung mit wenigen Sätzen. Das Parlament sei unverändert, die Justiz ebenfalls, und an der Spitze des Systems stehe eben nicht plötzlich eine neue Ordnung, sondern lediglich der bekannte Machtapparat – nur eben mit personeller Fortsetzung: Ali Chamenei sei durch seinen Sohn ersetzt worden, so Pahlawi. Revolution klingt anders.
Die Botschaft ist eindeutig:
Trump verkauft der Welt einmal mehr eine geopolitische PR-Erzählung, während diejenigen, die seit Jahren tatsächlich gegen das iranische Mullah-Regime opponieren, davon wenig bis nichts erkennen können. Für Pahlawi bleibt die Lage unverändert: Die Iraner müssten sich „immer noch von ihren religiösen Herrschern befreien“.
In einer weiteren Ansprache auf seinem YouTube-Kanal legte Pahlawi nach und zeigte sich überzeugt, dass die Islamische Republik nicht von außen, sondern von innen fallen werde. „Die Islamische Republik hat keinen Ausweg und keine Überlebenschance“, sagte er. Das klingt nach Durchhalteparole – aber eben nicht nach einer Bestätigung für Trumps Siegesrhetorik.
Damit wird einmal mehr deutlich, wie unerquicklich oberflächlich die amerikanische Erzählung derzeit ist:
Während Trump bereits den politischen Totenschein für das Regime ausstellt, erinnert Pahlawi daran, dass die Machtstrukturen im Iran eben nicht durch ein paar Luftschläge und martialische Posts auf Truth Social verschwinden.
Allerdings bleibt auch Pahlawi selbst eine umstrittene Figur. Teile der iranischen Opposition sehen in ihm weiterhin ein Symbol für eine mögliche Alternative, andere lehnen ihn ab – unter anderem wegen seiner offenen Unterstützung Israels. Einig ist man sich jedoch in einem Punkt: Wenn es wirklich zu einem Regimewechsel kommen sollte, dann wohl kaum, weil Trump ihn auf seiner Plattform einfach schon mal ausgerufen hat.
Fazit:
Trump behauptet, im Iran sei der Regimewechsel praktisch erledigt. Resa Pahlawi antwortet trocken: Unsinn. Die gleichen Machtstrukturen, die gleichen Institutionen, die gleichen Herrscherfamilien – nur etwas angeschlagen. Der Unterschied zwischen politischer Realität und amerikanischer Selbstinszenierung könnte derzeit kaum deutlicher ausfallen.
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