Es gibt im Fußball zwei Dinge, die niemals sterben:
- Die Hoffnung der Fans vor einem Turnier.
- Der Refrain „Olé, olé, olé, olé“.
Während bei Weltmeisterschaften Spieler, Trainer und ganze Generationen kommen und gehen, schaffen es manche WM-Songs, jahrzehntelang zu überleben. Andere verschwinden schneller als eine deutsche Titelhoffnung nach einer Gruppenphase.
Doch was macht einen guten WM-Song eigentlich aus?
Regel Nummer 1: Niemand darf zu viel nachdenken
Die erfolgreichsten Fußballhymnen folgen einer einfachen Formel:
- Wenig Text
- Viel Optimismus
- Maximale Lautstärke
- Null Realitätsbezug
Niemand möchte vor einem Turnier hören:
„Statistisch gesehen wird unser Team vermutlich im Achtelfinale ausscheiden.“
Deshalb bestehen WM-Songs traditionell aus Aussagen wie:
„Wir holen den Pokal!“
Selbst dann, wenn die Mannschaft zuletzt gegen Luxemburg verloren hat.
Das Geheimnis von „Olé, Olé, Olé“
Der vielleicht größte Geniestreich der Fußballgeschichte war die Erkenntnis, dass Menschen nach drei Bier nicht mehr komplizierte Texte singen möchten.
„Olé, olé, olé, olé“ erfüllt deshalb alle Voraussetzungen:
- Jeder kann es aussprechen.
- Jeder kann es merken.
- Niemand weiß genau, was es bedeutet.
- Es funktioniert in jeder Sprache.
Im Grunde ist es das Esperanto des Fußballs.
1990: Das goldene Zeitalter der Fußballmusik
Viele Fans halten die WM 1990 in Italien bis heute für die Hochphase der Fußballhymnen.
England brachte „World In Motion“ hervor.
Irland veröffentlichte „Put ‚Em Under Pressure“.
Beide Songs werden heute noch gesungen.
Moderne WM-Hits dagegen haben oft ein Problem:
Man erinnert sich an den Sänger, aber nicht an das Lied.
Fragt heute jemand nach dem offiziellen WM-Song von 2014, 2018 oder 2022, reagieren viele Fans ungefähr so:
„War das der mit Pitbull? Oder Shakira? Oder der andere?“
Fußballer und Gesang – traditionell eine schwierige Beziehung
Besonders charmant sind die Lieder, bei denen die Spieler selbst mitsingen.
Das Problem:
Fußballer werden normalerweise nicht nach ihren Gesangskünsten ausgewählt.
Nordirlands Gerry Armstrong erinnerte sich daran, dass einige Spieler vor den Aufnahmen zu „Yer Man“ 1982 zunächst etwas nervös waren.
Die Lösung war denkbar britisch:
Man besorgte Bier.
Danach lief die Aufnahme deutlich besser.
Eine Methode, die vermutlich auch bei manchen Castingshows funktionieren würde.
Die traurige Wahrheit
Viele WM-Songs werden mit enormem Aufwand produziert.
Internationale Stars.
Millionenbudgets.
Spektakuläre Musikvideos.
Und trotzdem verschwinden sie oft nach wenigen Wochen in den Tiefen von Spotify.
Dagegen reicht manchmal ein einfacher Gitarrenriff, ein paar Fußballer und ein ständig wiederholtes „Olé“, um für Jahrzehnte in den Stadien zu überleben.
Fazit
Der perfekte WM-Song braucht keine komplizierte Botschaft.
Er braucht lediglich etwas, das Fans noch um drei Uhr morgens auf einer Hochzeit grölen können.
Und genau deshalb gilt auch 36 Jahre nach der WM 1990:
Vielleicht ist „Olé, olé, olé, olé“ gar kein Lied. Vielleicht ist es die universelle Sprache des Fußballs.
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