Erneuerbare Energien gelten für viele Anleger als Zukunftsmarkt mit gutem Gewissen. Windparks versprechen nachhaltige Stromproduktion, staatlich geförderte Einnahmen und langfristig stabile Erträge. Genau darauf setzt auch das Crowdinvesting-Projekt „Windpark Naurath“ der Plattform WIWIN. Anlegern werden dabei 5,5 Prozent Festzins pro Jahr sowie mögliche Bonuszahlungen angeboten. Doch trotz Klimaschutz-Image und professioneller Vermarktung gilt ausdrücklich: Auch dieses Investment ist mit erheblichen Risiken verbunden – bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals.
Zwei Windkraftanlagen als Investmentbasis
Im Mittelpunkt des Projekts stehen zwei bestehende Windenergieanlagen im Landkreis Trier-Saarburg:
- eine Enercon E-82 aus dem Jahr 2011,
- eine ältere Enercon E-70 aus dem Jahr 2005.
Eine der Anlagen befindet sich noch bis Ende 2031 im EEG-Vergütungsregime. Die ältere Anlage wird bereits vollständig am freien Strommarkt vermarktet.
Zusätzlich prüft die Betreibergesellschaft ein sogenanntes „Repowering“, also den möglichen Austausch älterer Anlagen durch leistungsfähigere Windräder.
Nachhaltigkeit verkauft sich gut
Die Plattform WIWIN bewirbt das Projekt offensiv mit Nachhaltigkeit und Klimaschutz:
- Beitrag zu den UN-Nachhaltigkeitszielen,
- Förderung sauberer Energie,
- Maßnahmen gegen den Klimawandel.
Gerade solche Themen wirken auf viele Anleger vertrauensbildend.
Doch:
Nachhaltigkeit ersetzt keine wirtschaftliche Sicherheit.
5,5 Prozent Zinsen – aber kein sicheres Investment
Die angebotene Verzinsung von 5,5 Prozent jährlich liegt über klassischen Spar- oder Tagesgeldangeboten. Gleichzeitig wird mit planbaren EEG-Einnahmen argumentiert.
Dennoch bleibt das Investment spekulativ.
Denn auch Windkraftprojekte sind abhängig von:
- Strompreisen,
- technischen Ausfällen,
- Wetterbedingungen,
- Wartungskosten,
- regulatorischen Änderungen,
- Netzanschlüssen,
- Genehmigungen.
Warnhinweis eindeutig formuliert
Die Plattform weist selbst mehrfach ausdrücklich auf die Risiken hin:
„Der Erwerb dieses Wertpapiers ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.“
Deutlicher kann ein Risikohinweis kaum formuliert werden.
Kryptowertpapier klingt modern – schützt aber nicht vor Verlusten
Besonders interessant:
Das Investment wird als „Schuldverschreibung in Form eines Kryptowertpapiers nach dem eWpG“ angeboten.
Das klingt modern und technologisch innovativ. Für Anleger ist jedoch entscheidend:
Die technische Form der Wertpapierverwaltung ändert nichts am wirtschaftlichen Risiko.
Auch erneuerbare Energien sind unternehmerisches Risiko
Viele Anleger verbinden Windkraft automatisch mit stabilen Einnahmen und politischer Unterstützung. Tatsächlich bleibt aber jedes einzelne Projekt wirtschaftlich abhängig vom erfolgreichen Betrieb.
Gerade ältere Windanlagen können zusätzliche Risiken mit sich bringen:
- steigende Wartungskosten,
- geringere Effizienz,
- technische Probleme,
- sinkende Marktpreise für Strom.
Regulierung bedeutet keine Garantie
WIWIN verweist auf regulatorische Strukturen und professionelle Vermittlung. Doch auch regulierte Investments können scheitern.
Die Zulassung oder Vermittlung durch beaufsichtigte Unternehmen garantiert keinen Kapitalschutz.
Fazit
Der Windpark Naurath verbindet nachhaltige Energieerzeugung mit Crowdinvesting und spricht gezielt Anleger an, die ökologische Projekte unterstützen möchten.
Dennoch sollten Investoren die Risiken nicht verdrängen:
Auch nachhaltige Geldanlagen können scheitern.
Wer investiert, sollte sich deshalb bewusst sein:
Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist ausdrücklich möglich.
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