Die Konsequenzen nach dem bitteren WM-Aus ließen nicht lange auf sich warten: Senegal hat Nationaltrainer Pape Thiaw entlassen. Der Fußballverband zog damit die Reißleine, nachdem die „Löwen von Teranga“ bereits im Sechzehntelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ausgeschieden waren.
Traumstart reichte nicht
Dabei hatte Senegal gegen Belgien bereits wie der sichere Sieger ausgesehen. Nach einer 2:0-Führung schien der Einzug ins Achtelfinale zum Greifen nah. Doch dann folgte der komplette Zusammenbruch.
Belgien kämpfte sich in den Schlussminuten zurück, glich aus und entschied die Partie schließlich in der Verlängerung durch einen Elfmeter mit 3:2 für sich.
Für viele senegalesische Fans dürfte dieses Spiel noch lange als eine der bittersten Niederlagen der jüngeren Fußballgeschichte in Erinnerung bleiben.
Schwierige Vorrunde
Schon der Start ins Turnier verlief holprig. Niederlagen gegen Frankreich und Norwegen brachten Senegal früh unter Druck. Erst ein überzeugendes 5:0 gegen den Irak sicherte als einer der besten Gruppendritten überhaupt das Weiterkommen.
Doch der Achtelfinaleinzug konnte die Erwartungen an eine Mannschaft, die zu den stärksten Afrikas zählt, letztlich nicht erfüllen.
Verband zieht Konsequenzen
Der senegalesische Fußballverband erklärte, nach einer umfassenden Analyse der sportlichen Entwicklung sei die Trennung von Thiaw im Interesse des senegalesischen Fußballs erfolgt.
Der 44-Jährige hatte das Nationalteam erst Ende 2024 übernommen und galt zunächst als Hoffnungsträger.
Auch intern brodelte es
Bereits unmittelbar nach dem WM-Aus hatte Mittelfeldspieler Pape Gueye angekündigt, vorerst nicht mehr für die Nationalmannschaft spielen zu wollen, solange der bisherige Trainerstab im Amt sei.
Die Entlassung dürfte daher auch ein Signal an die Mannschaft sein, einen Neuanfang einzuleiten.
Der Afcon-Schatten bleibt
Ganz abgeschlossen ist Thiaws Kapitel allerdings noch nicht.
Der ehemalige Nationalspieler war bereits Anfang des Jahres Hauptfigur einer der größten Kontroversen im afrikanischen Fußball. Im Finale des Afrika-Cups führte er seine Mannschaft zeitweise vom Platz, nachdem Marokko in der Nachspielzeit einen umstrittenen Elfmeter zugesprochen bekommen hatte.
Zwar gewann Senegal die Partie zunächst noch nach Verlängerung, doch der afrikanische Fußballverband CAF wertete das Endspiel später zugunsten Marokkos. Gegen diese Entscheidung läuft weiterhin ein Verfahren vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS).
Wer übernimmt jetzt?
Noch hat der Verband keinen Nachfolger präsentiert. Klar ist jedoch: Der neue Nationaltrainer übernimmt keine leichte Aufgabe. Senegal verfügt weiterhin über einen hochklassig besetzten Kader und gehört zu den stärksten Fußballnationen Afrikas. Nach dem frühen WM-Aus und den Turbulenzen rund um den Afrika-Cup wird nun ein Trainer gesucht, der sportlich wie menschlich wieder Ruhe in die Mannschaft bringt.
Der Druck auf den künftigen Chefcoach dürfte deshalb vom ersten Tag an enorm sein.
Kommentar hinterlassen