Mit den steigenden Temperaturen und den Sommerferien zieht es Millionen Familien an Pools, Seen und Strände. Doch während Wasser Erholung und Freizeitspaß verspricht, bleibt Ertrinken weltweit eine der häufigsten Todesursachen bei kleinen Kindern. Eine US-amerikanische Familie hat aus ihrer persönlichen Tragödie eine lebensrettende Mission gemacht.
Ein Unglück mit fatalen Folgen
Im Juli 2007 verlor die Familie Cohn aus dem US-Bundesstaat Connecticut ihren sechsjährigen Sohn Zachary. Der Junge galt als sicherer Schwimmer. Während er im heimischen Pool spielte, löste sich jedoch die Abdeckung eines Bodenablaufs. Durch die enorme Saugkraft wurde sein Arm in den Ablauf gezogen und unter Wasser festgehalten.
Sein Vater versuchte verzweifelt, ihn zu befreien, scheiterte jedoch an der starken Sogwirkung. Erst nachdem die Stromversorgung des Pools abgeschaltet worden war, konnte Zachary aus seiner lebensgefährlichen Lage befreit werden. Für den Jungen kam jede Hilfe zu spät.
Für seine Eltern war das Unglück kaum zu begreifen. Ihnen sei damals nicht einmal bewusst gewesen, dass von Poolabläufen eine solche Gefahr ausgehen könne.
Aus Trauer wird Engagement
Anstatt sich ausschließlich in ihre Trauer zurückzuziehen, beschlossen Karen und Brian Cohn, sich intensiv mit dem Thema Ertrinkungsprävention auseinanderzusetzen. Dabei stellten sie fest, dass Ertrinkungsunfälle deutlich häufiger vorkommen, als vielen Menschen bewusst ist.
Nach einem erfolgreichen Gerichtsverfahren gegen die Verantwortlichen für den nicht vorschriftsmäßig gebauten Pool investierte die Familie die Entschädigungszahlung in die Gründung der gemeinnützigen ZAC Foundation, benannt nach ihrem Sohn Zachary Archer Cohn.
Heute, fast zwei Jahrzehnte später, zählt die Stiftung zu den wichtigsten Organisationen für Wassersicherheit in den USA. Mehr als 25.000 Kinder aus besonders gefährdeten Gemeinden haben bereits kostenlos an Schwimm- und Sicherheitskursen teilgenommen. Darüber hinaus beteiligt sich die Stiftung an der Entwicklung nationaler Strategien zur Vermeidung von Ertrinkungsunfällen.
Ertrinken bleibt eine unterschätzte Gefahr
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben weltweit jedes Jahr rund 300.000 Menschen durch Ertrinken. Besonders betroffen sind Kinder unter fünf Jahren. In den USA ist Ertrinken sogar die häufigste unfallbedingte Todesursache bei Kindern zwischen einem und vier Jahren. Der Juli gilt traditionell als der Monat mit den meisten tödlichen Badeunfällen.
Auch die US-amerikanische Influencerin Emilie Kiser machte kürzlich auf die Gefahr aufmerksam. Ihr dreijähriger Sohn Trigg ertrank im Mai 2025 nach einem Sturz in den privaten Swimmingpool der Familie. Seitdem nutzt sie ihre Reichweite, um Eltern eindringlich für das Thema Wassersicherheit zu sensibilisieren.
Die ABCDE-Regeln der Wassersicherheit
Die ZAC Foundation fasst ihre Empfehlungen in einem leicht verständlichen Sicherheitskonzept zusammen:
- A – Adult (Aufsicht): Kinder sollten niemals unbeaufsichtigt schwimmen. Auch Erwachsene sollten möglichst nicht allein ins Wasser gehen.
- B – Barriers (Barrieren): Pools sollten durch Zäune, abschließbare Tore, Türalarme und andere Sicherheitsvorkehrungen geschützt werden.
- C – Classes (Kurse): Schwimmunterricht für Kinder sowie Erste-Hilfe- und Wiederbelebungskurse (CPR) für Erwachsene können im Ernstfall Leben retten.
- D – Drain Safety & Devices: Poolabläufe dürfen niemals unterschätzt werden. Offene Gewässer sollten nur mit geeigneten Rettungswesten genutzt werden.
- E – Everywhere (Überall): Wassergefahren bestehen nicht nur an Pools oder Seen. Auch Badewannen, Planschbecken oder Regentonnen können insbesondere für Kleinkinder lebensgefährlich sein.
Prävention statt Tragödie
Die Geschichte der Familie Cohn zeigt eindrucksvoll, dass viele Ertrinkungsunfälle vermeidbar wären. Sichere Pooltechnik, konsequente Aufsicht und eine frühzeitige Schwimmausbildung gehören zu den wirksamsten Maßnahmen, um Kinder vor lebensgefährlichen Unfällen zu schützen.
Für Karen und Brian Cohn bleibt die Arbeit ihrer Stiftung zugleich ein Vermächtnis ihres Sohnes. Ihr Ziel ist klar: Keine Familie soll den Verlust eines Kindes durch einen vermeidbaren Ertrinkungsunfall erleben müssen.
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