Noch vor wenigen Monaten wirkte das Verhältnis zwischen US-Präsident Donald Trump und Indiens Premierminister Narendra Modi ungefähr so herzlich wie ein Geschäftsessen zwischen zwei Steuerprüfern. Jetzt scheint plötzlich wieder die Sonne über den diplomatischen Beziehungen.
Beim G7-Gipfel im französischen Evian kündigte Trump überraschend an, Indien „irgendwann in der Zukunft“ besuchen zu wollen. In der Welt der Diplomatie entspricht das ungefähr einem öffentlichen Facebook-Status mit dem Hinweis: „Es ist kompliziert, aber wir arbeiten daran.“
Dabei gab es zuletzt genügend Gründe für schlechte Stimmung. Strafzölle, Handelsstreitigkeiten, Visa-Probleme und zuletzt die Tötung von drei indischen Seeleuten durch einen US-Militärschlag hatten die Beziehungen erheblich belastet. Indien war alles andere als begeistert.
Doch offenbar gilt auch zwischen Großmächten die alte Regel: Wenn die Wirtschaft ruft, werden viele Streitigkeiten plötzlich verhandelbar.
Trump lobte Modi als „harten Verhandler“ – was aus seinem Mund fast schon einer Liebeserklärung gleichkommt. Gleichzeitig verkündete er, dass beide Länder kurz vor einem Handelsabkommen stünden.
Für besondere Aufmerksamkeit sorgte allerdings eine andere Aussage. Auf die Frage nach der Verteidigungspartnerschaft erklärte Trump sinngemäß: Sollte jemand Indien angreifen, werde Amerika helfen.
Dann fügte er mit typisch trumpesker Eleganz hinzu:
„Wenn jemand diesen Mann angreift, werden wir da sein. Wenn es allerdings einen neuen Anführer gibt, weiß ich nicht.“
Diplomaten weltweit dürften in diesem Moment kollektiv ihren Kaffee verschüttet haben.
Modi wiederum nutzte das Treffen, um auf die Sicherheit indischer Seeleute im Persischen Golf hinzuweisen. Indien leidet massiv unter den Folgen des Konflikts im Nahen Osten, weil das Land große Mengen Öl importiert. Die zeitweise Schließung der Straße von Hormus war für Neu-Delhi ungefähr so erfreulich wie eine Stromrechnung mit acht Nullen.
Trotz aller Spannungen scheint nun wieder Bewegung in die Beziehungen zu kommen. Beide Seiten wollen ein Handelsabkommen abschließen, Trump plant eine Indien-Reise und plötzlich wird wieder von Partnerschaft gesprochen.
Oder anders gesagt:
Nach Monaten diplomatischer Eiszeit haben Trump und Modi beschlossen, die Frostschutzanlage vorübergehend auszuschalten. Ob daraus eine dauerhafte Freundschaft entsteht oder nur ein kurzfristiger Waffenstillstand im Zollkrieg, wird sich zeigen.
Aber immerhin: Für den Moment reden beide wieder miteinander – und das ist in der Weltpolitik inzwischen schon fast eine Erfolgsmeldung.
Die gute Nachricht zuerst: Die Deutschen werden immer älter. Die schlechte Nachricht:...
BeiDie RedaktionSamstag, 20.06.2026Es gibt Nachrichten, bei denen man sich fragt, ob die Beteiligten dieselben...
BeiDie RedaktionSamstag, 20.06.2026Als Bayern-Fan muss ich bei solchen Meldungen immer schmunzeln. 220 Millionen Euro...
BeiDie RedaktionSamstag, 20.06.2026Ach Albert. Kaum bist du weg, vermissen wir dich schon. Also zumindest...
BeiDie RedaktionSamstag, 20.06.2026
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