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Meta’s Smart Glasses

SanderSmit (CC0), Pixabay
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Sie sehen aus wie gewöhnliche Ray-Ban-Brillen, können aber filmen, fotografieren, telefonieren und Informationen einblenden: Smarte Brillen gelten für Tech-Konzerne als das nächste große Massenprodukt. Gleichzeitig wachsen die Sorgen um Datenschutz und heimliche Überwachung.

Besonders Metas intelligente Ray-Ban-Brillen stehen zunehmend in der Kritik. Die Geräte verfügen über kaum sichtbare Kameras und ermöglichen Videoaufnahmen per Knopfdruck am Brillenrahmen. Viele Menschen merken offenbar gar nicht, dass sie gefilmt werden.

Vor allem Frauen berichten inzwischen von unangenehmen Situationen. Immer häufiger würden Männer mit den Brillen gezielt fremde Personen auf der Straße, am Strand oder in Geschäften ansprechen und deren Reaktionen heimlich aufnehmen. Die Videos landen anschließend auf TikTok, Instagram oder anderen Plattformen – oft verbunden mit Spott oder beleidigenden Kommentaren.

Eine Betroffene schilderte der BBC, sie habe den Uploader eines heimlich aufgenommenen Videos gebeten, die Aufnahme zu löschen. Die Antwort: Das Entfernen sei „eine kostenpflichtige Dienstleistung“.

Juristisch bewegen sich viele dieser Aufnahmen in einer Grauzone. In vielen Ländern ist das Filmen im öffentlichen Raum grundsätzlich erlaubt. Für Betroffene bleibt daher oft kaum eine Möglichkeit, gegen die Veröffentlichung vorzugehen.

Trotz der Kritik verkauft sich die Technologie besser denn je. Nach Angaben von Meta wurden inzwischen mehr als sieben Millionen Geräte verkauft. Konzernchef Mark Zuckerberg sprach zuletzt von einem der „am schnellsten wachsenden Elektronikprodukte der Geschichte“.

Die Brillen entstanden gemeinsam mit dem Brillenhersteller EssilorLuxottica und verbinden klassische Ray-Ban-Optik mit Technik wie Kamera, Lautsprechern und KI-Funktionen. Nutzer können Musik hören, telefonieren oder spontane Aufnahmen machen, ohne ein Smartphone in die Hand nehmen zu müssen.

Gerade diese Unauffälligkeit bereitet Datenschützern Sorgen. Selbst Träger der Brillen berichten teilweise, gar nicht bemerkt zu haben, dass Aufnahmen liefen oder gespeichert wurden.

Zusätzliche Kritik entstand, nachdem bekannt wurde, dass Mitarbeiter in Kenia Aufnahmen aus den Brillen sichteten, um KI-Systeme zu trainieren. Dabei sollen laut Berichten auch intime oder verstörende Inhalte überprüft worden sein. Gegen Meta laufen deshalb mehrere Klagen.

Datenschutzexperten warnen bereits vor weitreichenden Folgen. Wenn künftig Millionen Menschen smarte Brillen tragen, werde es nahezu unmöglich, Aufnahmeverbote etwa in Gerichten, Krankenhäusern, Kinos oder Toiletten effektiv durchzusetzen.

Besonders alarmierend finden Kritiker Berichte, wonach Meta künftig Gesichtserkennung in die Geräte integrieren könnte. Damit könnten Träger nicht nur heimlich filmen, sondern fremde Personen auch sofort identifizieren.

„Diese Technologie ist im Kern ein Eingriff in die Privatsphäre“, sagt der frühere Meta-KI-Forscher David Harris. Er erwartet ähnliche gesellschaftliche Gegenreaktionen wie einst bei Google Glass, das vor über zehn Jahren wegen Datenschutzbedenken scheiterte.

Tatsächlich häufen sich bereits Fälle öffentlicher Ablehnung. In sozialen Netzwerken wurde zuletzt eine Frau gefeiert, die einem Mann in der New Yorker U-Bahn die Meta-Brille beschädigt hatte, nachdem dieser sie offenbar heimlich filmte.

Dennoch setzen die großen Tech-Konzerne weiter auf den Trend. Neben Meta arbeiten inzwischen auch Apple, Google und Snap an eigenen smarten Brillen. Experten rechnen damit, dass in den kommenden Jahren weltweit bis zu 100 Millionen Geräte verkauft werden könnten.

Die entscheidende Frage bleibt damit: Werden smarte Brillen zum alltäglichen Technikprodukt – oder zum Symbol einer Gesellschaft, in der jeder jederzeit heimlich gefilmt werden kann?

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