Der Facebook- und Instagram-Mutterkonzern Meta hat sich mit zahlreichen US-Bundesstaaten auf einen milliardenschweren Vergleich geeinigt. Damit sollen Vorwürfe beigelegt werden, wonach die Plattformen des Unternehmens Kindern und Jugendlichen geschadet haben sollen. Insgesamt könnte Meta über einen Zeitraum von zehn Jahren bis zu 18 Milliarden US-Dollar zahlen. Das laufende Gerichtsverfahren wurde zunächst ausgesetzt, nachdem die zuständige Richterin signalisiert hatte, dem Vergleich voraussichtlich zuzustimmen.
Ausgangspunkt des Rechtsstreits war eine 2023 eingereichte Klage. Darin wurde Meta unter anderem vorgeworfen, gegen Datenschutzbestimmungen für Minderjährige verstoßen und nicht ausreichend vor möglichen Risiken seiner Plattformen geschützt zu haben. Meta weist ein Fehlverhalten weiterhin zurück.
Teil der Vereinbarung sind weitreichende Änderungen bei Facebook und Instagram. Für Nutzer unter 18 Jahren soll standardmäßig ein tägliches Nutzungslimit von zwei Stunden gelten. Hinzu kommen Einschränkungen während der Nacht sowie Maßnahmen gegen Benachrichtigungen während der Schulzeit. Auch bestimmte Filter, etwa zur Simulation plastischer Eingriffe, sollen für Minderjährige nicht mehr verfügbar sein. Nach Angaben des kalifornischen Generalstaatsanwalts Rob Bonta sollen viele dieser Änderungen bereits innerhalb weniger Monate umgesetzt werden.
Ein wesentlicher Punkt bleibt jedoch die zuverlässige Alterskontrolle. Experten weisen darauf hin, dass technische Zeitlimits zwar vergleichsweise einfach umzusetzen seien, ihre Wirkung aber davon abhänge, ob Meta minderjährige Nutzer tatsächlich korrekt erkennt. Genau diese Altersprüfung gilt bislang als fehleranfällig. Zudem wird bezweifelt, dass Maßnahmen eines einzelnen Unternehmens ausreichen, da Jugendliche meist mehrere soziale Netzwerke nutzen.
Meta fordert deshalb auch Konkurrenten wie TikTok und YouTube auf, vergleichbare Schutzmaßnahmen einzuführen. Ein Teil der vereinbarten Zahlungen sowie die Dauer bestimmter Einschränkungen sind sogar daran gekoppelt, ob andere große Plattformen ähnliche Schritte unternehmen. Die meisten Regelungen sollen zehn Jahre gelten. Besonders sichtbare Maßnahmen wie das tägliche Zeitlimit und nächtliche Sperren sind zunächst für fünf Jahre vorgesehen, sofern sich andere Anbieter nicht ebenfalls beteiligen.
Für Kalifornien könnte der Vergleich Zahlungen zwischen 1,1 und 2,1 Milliarden Dollar bringen. Das Geld soll unter anderem zur Prävention und Behandlung psychischer Belastungen sowie anderer negativer Folgen der Social-Media-Nutzung bei jungen Menschen eingesetzt werden.
Der kalifornische Generalstaatsanwalt bezeichnete die Einigung als wichtigen Wendepunkt beim Schutz von Kindern im Internet. Gleichzeitig dürfte der Druck auf andere Plattformbetreiber weiter wachsen. Kalifornien kündigte bereits an, sein Augenmerk nun verstärkt auf TikTok, Snapchat und YouTube zu richten.
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