Der US-Telekommunikations- und Medienkonzern Comcast stellt sich grundlegend neu auf. Das Unternehmen kündigte an, seine Medienaktivitäten rund um NBCUniversal sowie den europäischen Bezahlsender Sky in den kommenden zwölf Monaten in ein eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen auszugliedern.
Damit endet ein Kapitel, das vor rund 15 Jahren mit der milliardenschweren Übernahme von NBCUniversal begann. Während Comcast künftig vor allem als Anbieter von Breitbandinternet, Mobilfunk und Netzwerktechnologie auftreten will, soll das neue Medienunternehmen sämtliche Film-, Fernseh- und Streaming-Aktivitäten bündeln.
Universal, NBC und Peacock unter einem Dach
Zum neuen Medienkonzern gehören unter anderem die Universal Studios, die Universal-Freizeitparks, der Streamingdienst Peacock sowie bekannte TV-Marken wie NBC, Telemundo und Bravo. Auch Sky wird Teil des neuen Unternehmens.
Comcast betont, dass die Abspaltung keine Vorbereitung auf einen Verkauf sei. Vielmehr solle jedes Unternehmen künftig eigenständiger und flexibler wachsen können.
Analysten erwarten Übernahmewelle
An den Finanzmärkten wird die Entscheidung jedoch anders interpretiert. Branchenexperten sehen die Ausgliederung als möglichen Auftakt für neue milliardenschwere Fusionen und Übernahmen in der internationalen Medienbranche.
Immer wieder werden Unternehmen wie Netflix oder Apple als potenzielle Interessenten für die Studios und Marken von NBCUniversal genannt. Offiziell gibt es dafür bislang jedoch keinerlei Hinweise.
Börse reagiert begeistert
Die Anleger honorierten die Ankündigung sofort. Die Comcast-Aktie legte im vorbörslichen Handel zeitweise um mehr als 20 Prozent zu und notierte auch im regulären Handel deutlich im Plus.
Auch die Aktien des Konkurrenten Charter Communications sprangen kräftig nach oben. Hintergrund sind Spekulationen über eine mögliche Konsolidierung im US-Kabel- und Breitbandmarkt.
Neue Führungsstruktur
Chef des neuen Medienunternehmens wird Mike Cavanagh, der derzeit als Co-CEO von Comcast fungiert. Der frühere Finanzchef Michael Angelakis kehrt dagegen zurück und soll künftig das verbleibende Comcast-Geschäft führen.
Die Gründerfamilie Roberts behält weiterhin die Kontrolle über beide Unternehmen. Konzernchef Brian Roberts kündigte an, auch künftig aktiv an der strategischen Entwicklung beider Gesellschaften mitzuwirken.
Mit der geplanten Trennung reagiert Comcast auf den tiefgreifenden Wandel der Medienbranche. Streamingdienste, rückläufiges klassisches Fernsehen und der Wunsch der Investoren nach klar fokussierten Unternehmen erhöhen den Druck auf die großen Medienkonzerne, ihre Geschäftsmodelle neu auszurichten.
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