Nach mehreren Wochen voller Spekulationen hat der republikanische US-Senator Mitch McConnell nun mitgeteilt, warum er seit Mitte Juni im Krankenhaus behandelt wurde: Der 84-Jährige war in seinem Haus in Washington gestürzt, kurzzeitig bewusstlos geworden und anschließend in eine Klinik gebracht worden.
Damit ist endlich geklärt, was offenbar nur mit einer Verzögerung bekannt gegeben werden konnte, die sonst eher für Geheimdienstoperationen, Papstwahlen oder die Veröffentlichung wichtiger Akten reserviert ist.
Keine Knochenbrüche, kein Schlaganfall, aber viele Gerüchte
McConnell erklärte, seine Ärzte hätten weder Knochenbrüche noch eine Gehirnerschütterung festgestellt. Auch einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall, Tumore oder Blutungen habe es nicht gegeben.
Er sei jedoch kurzzeitig bewusstlos gewesen. Während seines Krankenhausaufenthalts sei außerdem eine leichte Lungenentzündung behandelt worden.
Seine Ärzte hätten inzwischen „jeden Test durchgeführt, der ihnen eingefallen ist“. Ob darunter auch ein Test der politischen Kommunikationsstrategie war, blieb offen.
Der langjährige Senator befindet sich mittlerweile in einer Rehabilitationseinrichtung, wo er weiter an seiner körperlichen Stabilität arbeitet.
Foto mit Zeitung als Lebenszeichen
Zusammen mit seiner Erklärung veröffentlichte McConnell ein Foto, das ihn lächelnd neben seiner Ehefrau Elaine Chao zeigt. Auf seinem Schoß liegt die Sportbeilage der Sonntagsausgabe der „Washington Post“.
Das Foto erfüllt damit sämtliche Anforderungen eines modernen politischen Gesundheitsnachweises: lächeln, aktuelle Zeitung zeigen und möglichst nicht aussehen, als sei man gerade Gegenstand wochenlanger Spekulationen gewesen.
Ob McConnell den Sportteil tatsächlich gelesen hat oder dieser vor allem als Datumsbeweis diente, wurde nicht erläutert.
Mitarbeiter schützten vor allem die Informationen
Seit McConnells Einlieferung am 14. Juni hatten seine Mitarbeiter nur knapp erklärt, der Senator sei im Krankenhaus und erhalte eine ausgezeichnete Versorgung.
Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt. Diese konsequente Zurückhaltung führte im Internet erwartungsgemäß nicht zu Ruhe und Besonnenheit, sondern zu einer umfangreichen Sammlung von Gerüchten über seinen Gesundheitszustand.
Nachdem Videoaufnahmen zeigten, wie Rettungskräfte McConnell auf einer Trage zu einem Krankenwagen brachten, stieg der öffentliche Erklärungsbedarf.
Eine später veröffentlichte Aufnahme des Rettungsfunks hatte zusätzlich für Aufmerksamkeit gesorgt. Darin war von einer bewusstlosen Person, einem möglichen Herzstillstand und laufenden Wiederbelebungsmaßnahmen die Rede.
McConnells Sprecher reagierte darauf mit einer weiteren Mitteilung, wonach der Senator weiterhin im Krankenhaus liege und sich erhole. Konkrete Angaben wurden auch diesmal vermieden – vermutlich, um die bereits laufenden Spekulationen nicht unnötig mit Tatsachen zu belasten.
Der Arzt erklärt die Verletzungen für geringfügig
Der zuständige Arzt des Kongresses bezeichnete die Folgen des Sturzes als geringfügig. Eine umfassende Untersuchung habe keine Brüche, Herzprobleme, Schlaganfälle, Tumore oder Blutungen ergeben.
Die während des Krankenhausaufenthalts aufgetretene Lungenentzündung habe gut auf Antibiotika angesprochen.
McConnell konzentriere sich nun auf Physiotherapie und Maßnahmen, die das Risiko weiterer Stürze reduzieren sollen.
Damit lieferte der Arzt innerhalb weniger Absätze mehr medizinische Informationen als McConnells politisches Umfeld in mehreren Wochen.
Eine Generation spricht nicht gern über Verletzlichkeit
McConnell erklärte die lange Zurückhaltung auch mit seinem Alter und seiner Generation.
Menschen seiner Generation hätten häufig Schwierigkeiten, über die Verletzlichkeit zu sprechen, die mit dem Älterwerden verbunden sei. Auch als Person des öffentlichen Lebens verspüre er diesen Instinkt.
Das ist menschlich nachvollziehbar. Zugleich handelt es sich bei McConnell nicht ausschließlich um einen zurückhaltenden Privatmann aus Kentucky, sondern um einen amtierenden Senator, dessen Anwesenheit oder Abwesenheit politische Mehrheiten beeinflussen kann.
Im privaten Umfeld darf man über gesundheitliche Probleme schweigen. Im US-Senat verwandelt sich dieselbe Zurückhaltung allerdings schnell in eine Frage der demokratischen Transparenz.
Noch nicht zurück im Senat, aber weiterhin bei der Arbeit
McConnell erklärte, dass er noch nicht auf die Senatsebene zurückkehren könne, um an Abstimmungen teilzunehmen. Er arbeite jedoch eng mit seinen Mitarbeitern zusammen.
Mehrere führende Republikaner hatten zuvor erklärt, telefonisch mit ihm gesprochen zu haben. Seine Stimme habe stark geklungen, hieß es.
Die amerikanische Öffentlichkeit verfüg
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