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Kongress verschärft Debatte über Beziehungen zu Mitarbeitern

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In Washington geraten die Liebesbeziehungen von Abgeordneten zunehmend ins Visier der Ethikdebatte. Zwar ist es Mitgliedern des US-Kongresses bereits untersagt, intime Beziehungen mit eigenen Mitarbeitern einzugehen. Nach mehreren Skandalen wächst nun jedoch der Druck, dieses Verbot auf sämtliche Beschäftigte des Kapitols auszuweiten.

Der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, bezeichnete solche Beziehungen als unangemessen. Abgeordnete hätten auch gegenüber Mitarbeitern anderer Büros erheblichen Einfluss auf deren berufliche Zukunft. Deshalb brauche der Kongress mindestens ebenso klare Regeln wie große Unternehmen.

Die Initiative wird parteiübergreifend unterstützt. Teresa Leger Fernández, Vorsitzende des demokratischen Frauenausschusses, erklärte, der Kongress sei ein Ort des öffentlichen Dienstes und keine Partnerbörse. Gemeinsam mit ihrer republikanischen Kollegin Kat Cammack arbeitet sie an einer Reform der Ethikregeln. Ein Gesetzentwurf könnte nach der Sommerpause eingebracht werden.

Auslöser der Diskussion waren mehrere Fälle mutmaßlichen Fehlverhaltens. Zwei Abgeordnete traten bereits wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit Untergebenen zurück. Gegen einen weiteren Politiker läuft eine Untersuchung wegen angeblicher sexueller Belästigung in seinem Büro. Die Betroffenen oder ihre Sprecher haben die Vorwürfe teilweise zurückgewiesen oder eine Aufklärung begrüßt.

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt das Thema nach einem Bericht über Senator Ruben Gallego. Ihm wurden einvernehmliche Beziehungen zu jüngeren Mitarbeitern anderer Büros aus seiner Zeit als unverheirateter Politiker zugeschrieben. Gallego äußerte sich nicht zu den konkreten Behauptungen, ließ aber mitteilen, dass er ein umfassendes Verbot unterstützen würde.

Befürworter der Reform argumentieren, dass selbst einvernehmliche Beziehungen durch Machtgefälle belastet seien. Ein Abgeordneter könne Karrieren beeinflussen, Empfehlungen aussprechen oder politische Netzwerke öffnen und schließen. Dadurch sei echte Freiwilligkeit nur schwer eindeutig zu beurteilen.

Auch Alexandria Ocasio-Cortez unterstützte die Forderung nach strengeren Regeln. Ihre Botschaft war deutlich: Wer einen Partner suche, müsse dies nicht am Arbeitsplatz tun. Die geplante Reform könnte damit zu einer der dauerhaftesten Veränderungen dieses Kongresses werden.

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