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Max gegen 100: Verstappen räumt Silverstone auf – und fragt schon nach 200 Gegnern

randomwinner (CC0), Pixabay
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Vierfacher Formel-1-Weltmeister startet ganz hinten – nach zwei Minuten ist er schon 37. – nach 14 Runden sind 100 Gegner Geschichte

Es gibt Menschen, die verbringen ihren freien Tag auf dem Sofa. Andere gehen angeln. Max Verstappen setzt sich offenbar lieber in ein Kart und fragt:

„Habt ihr vielleicht 100 Leute, gegen die ich fahren kann?“

Gesagt, getan.

Beim Spektakel „Max vs. 100“ in Silverstone stellte man den vierfachen Formel-1-Weltmeister ganz ans Ende eines Feldes mit 100 Kartfahrern.

Die Aufgabe klang zunächst nach Computerspiel mit falsch eingestelltem Schwierigkeitsgrad:

Verstappen startet hinten. Vor ihm 100 Gegner. Wer von Max überholt wird, fliegt raus.

30 Runden hätte der Niederländer Zeit gehabt, sich durch das komplette Feld zu arbeiten.

Das Problem für die Veranstalter:

Max brauchte nicht einmal die Hälfte.

100 Gegner? Max sagt Danke

Schon beim Start dürfte sich Verstappen ungefähr gefühlt haben wie ein Autofahrer, der am Freitagnachmittag versucht, auf die Autobahn aufzufahren.

Überall Fahrzeuge.

Überall Menschen.

Und niemand weiß so genau, wo eigentlich noch Platz sein soll.

Nur Verstappen findet welchen.

Gleich 17 Fahrer kassiert er praktisch zum Frühstück.

Dann hilft ihm Kurve eins auch noch ein bisschen.

Dort kommt es zu einer Massenkarambolage. Mehrere Konkurrenten erledigen das Problem Verstappen gewissermaßen selbst und verabschieden sich gegenseitig aus dem Rennen.

Max muss nur noch durch.

Seine spätere Beschreibung der ersten Runde klingt deshalb weniger nach Motorsport als nach Katastrophenschutz:

Er habe eigentlich nur versucht zu überleben.

Nach zwei Minuten schon auf Platz 37

Danach beginnt die große Max-Show.

Nach gerade einmal zwei Minuten liegt Verstappen bereits auf Rang 37.

Man muss sich das vorstellen:

Während einige Teilnehmer wahrscheinlich noch überlegen, ob sie ihre Handschuhe richtig angezogen haben, hat Max schon mehr als die Hälfte des Feldes hinter sich gelassen.

Zu Beginn der sechsten Runde ist er bereits 13.

In Runde zwölf:

Platz vier.

Nur noch drei Sekunden trennen ihn vom Führungstrio.

Spätestens jetzt dürfte vorne der unangenehme Gedanke aufgekommen sein:

„Moment mal … der war doch eben noch ganz hinten?“

Ja.

War er.

Jetzt nicht mehr.

Drei Mann vorne – und plötzlich kommt Max

Die letzten drei verbliebenen Konkurrenten liefern sich vorne ihren eigenen Kampf.

Eigentlich verständlich.

Schließlich geht es um den Sieg.

Allerdings gibt es in dieser Situation einen kleinen taktischen Nachteil:

Wenn drei Leute miteinander kämpfen, während von hinten Max Verstappen angerauscht kommt, sollte man vielleicht kurz aufhören, sich gegenseitig das Leben schwerzumachen.

Taten sie nicht.

Verstappen schaute sich das Schauspiel an und bedankte sich später sogar artig bei ihnen.

Sie hätten ihm das Leben leichter gemacht.

So kann man es natürlich auch ausdrücken.

Andere würden sagen:

Die drei haben Max noch die Tür aufgehalten und gefragt, ob er vielleicht einen Kaffee möchte.

Nach 14 Runden: Feierabend

In der 14. Runde ist das Spektakel vorbei.

Der letzte Fahrer, den Verstappen überholt, ist ausgerechnet ein Landsmann: der niederländische Formel-1-Journalist Jacky Marten.

Damit hatte Verstappen tatsächlich geschafft, was vorher ein bisschen nach Jahrmarkt-Wette klang:

Vom letzten Platz an 100 Kartfahrern vorbei bis ganz nach vorne.

30 Runden waren erlaubt.

14 hat er gebraucht.

Knapp 35 Minuten nach Beginn war die Sache erledigt.

Vermutlich hätte man Max danach noch fragen können, ob er schnell beim Parkplatz vorbeischaut und dort auch noch ein paar Autos überholt.

Zehnkampf-Weltmeister Neugebauer? Ebenfalls eingesammelt

Unter den 100 Herausforderern befand sich übrigens keineswegs nur motorsportliches Kanonenfutter.

Auch Leo Neugebauer, Welt- und Europameister im Zehnkampf, war dabei.

Ein Mann also, der zehn verschiedene Leichtathletikdisziplinen beherrscht.

Nur Nummer elf erwies sich als problematisch:

Max Verstappen im Kart hinter sich halten.

Neugebauer startete aus der 28. Reihe und geriet mitten ins Chaos. Von mehreren Seiten wurde sein Kart berührt, er drehte sich – und bekam nicht einmal richtig mit, wie Verstappen an ihm vorbeizog.

Erst die schwarze Flagge am Ende der Runde machte ihm klar:

Feierabend.

Neugebauer nahm es sportlich. Es sei alles sehr schnell gegangen, habe aber großen Spaß gemacht.

Das ist vermutlich die freundlichste mögliche Beschreibung für:

„Ich bin gegen Max Verstappen gefahren und wusste nicht einmal, wann er mich überholt hat.“

Verstappen denkt bereits größer

Nun könnte man meinen, dass Max Verstappen nach einem Rennen gegen 100 Gegner sagt:

War nett.

Reicht jetzt aber auch.

Nicht Max.

Der Niederländer brachte anschließend bereits eine mögliche Fortsetzung ins Spiel.

Vielleicht könne er beim nächsten Mal gegen 200 Fahrer antreten.

Wer weiß?

Und genau an diesem Punkt sollten die Veranstalter vorsichtig werden.

Denn wenn die Entwicklung so weitergeht, heißt es 2027:

„Max vs. Silverstone“

Verstappen startet morgens um acht alleine.

Der Rest Großbritanniens darf gleichzeitig losfahren.

Wer bis zum Mittag noch nicht überholt wurde, bekommt einen Pokal.

Denn die wichtigste Erkenntnis dieses Rennens lautet:

100 Gegner gegen Max Verstappen sind offenbar keine Übermacht. Sie sind eine Warteschlange.

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