Im Rennen um die politische Nachfolge von Donald Trump wird es bei den Republikanern plötzlich richtig spannend. Noch vor wenigen Monaten galt US-Vizepräsident JD Vance als nahezu unangefochtener Favorit für die Präsidentschaftskandidatur 2028. Doch jetzt schiebt sich Außenminister Marco Rubio mit voller Wucht nach vorne.
Laut einer neuen Emerson-Umfrage liegt Vance unter republikanischen Wählern nur noch hauchdünn vorne:
36 Prozent würden aktuell für ihn stimmen — Marco Rubio folgt direkt dahinter mit 35 Prozent.
Das eigentlich Bemerkenswerte:
Rubio legte seit Februar satte 15 Prozentpunkte zu, während Vance gleichzeitig 16 Punkte verlor. Aus dem einstigen Kronprinzen der MAGA-Bewegung ist plötzlich ein Kandidat geworden, der nervös nach hinten schauen muss.
Besonders pikant:
Donald Trump selbst scheint sich bisher bewusst nicht festlegen zu wollen. Der Ex-Präsident spielt weiter das klassische Trump-Spiel:
alle gegeneinander antreten lassen und dabei selbst im Mittelpunkt bleiben.
Bei einer Veranstaltung im Rosengarten des Weißen Hauses fragte Trump sein Publikum zuletzt grinsend:
„Wird es JD? Oder jemand anderes?“
Übersetzt heißt das wohl:
„Kämpft schön weiter, Jungs.“
Rubios Aufstieg dürfte vor allem mit seiner deutlich sichtbaren Rolle in der Außenpolitik zusammenhängen. Durch die Konflikte rund um Venezuela und Iran stand der Außenminister zuletzt stark im Rampenlicht und konnte sich als harter außenpolitischer Akteur profilieren.
JD Vance dagegen versucht weiterhin, sich als innenpolitischer Kämpfer gegen Sozialbetrug und Washingtoner Bürokratie zu inszenieren. Doch offenbar reicht das derzeit vielen Republikanern nicht mehr aus.
Interessant ist auch der Blick auf die Demokraten:
Dort führt Ex-Verkehrsminister Pete Buttigieg mit gerade einmal 18 Prozent eine völlig offene Kandidatenliste an. Dahinter folgen Gavin Newsom, Alexandria Ocasio-Cortez, Josh Shapiro und Kamala Harris dicht beieinander.
Kurz gesagt:
In beiden Parteien beginnt der Kampf um die Zeit nach Trump längst — auch wenn Trump selbst immer wieder scherzhaft mit einer verfassungswidrigen dritten Amtszeit flirtet.
Doch die Zahlen zeigen noch etwas anderes:
Die allgemeine Zustimmung für Trump sinkt weiter. Laut Umfrage unterstützen nur noch 39 Prozent der Amerikaner seine Arbeit als Präsident, während 55 Prozent unzufrieden sind.
Das könnte den Machtkampf bei den Republikanern zusätzlich verschärfen. Denn plötzlich stellt sich nicht mehr nur die Frage:
„Wer wird Trumps Nachfolger?“
Sondern auch:
„Wie lange zieht Trump die Partei überhaupt noch mit?“
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