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Bruce Springsteen macht aus Konzert politische Kampfansage – und Washington bekommt eine Rockshow im Dauerregen

4379051 (CC0), Pixabay
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Bruce Springsteen zeigt mit 76 Jahren offenbar immer noch mehr Energie als manche komplette Regierung. Beim Konzert seiner „Land of Hope and Dreams“-Tour in Washington D.C. verwandelte „The Boss“ das Nationals Park Stadion nicht nur in eine gigantische Rockarena, sondern praktisch gleich in eine politische Protestveranstaltung mit Gitarrenverstärker.

Während zehntausende Fans im strömenden Regen standen, wetterte Springsteen offen gegen die Trump-Regierung und lieferte eine Mischung aus Konzert, Predigt und Widerstandsbewegung ab. Andere Künstler hätten bei Dauerregen vielleicht die Show verkürzt — Springsteen dagegen wirkte eher so, als hätte ihn das Wetter erst richtig in Fahrt gebracht.

Besonders emotional wurde es bei seinem Song „Streets of Minneapolis“, der sich mit Protesten gegen ICE-Einsätze beschäftigte. Tausende Fans riefen gemeinsam:
„ICE out now!“

Und Springsteen legte nach:
„Lasst sie euch bis ins verdammte Weiße Haus hören!“

Man kann über Bruce Springsteen sagen was man will — aber langweilig wird es bei ihm definitiv nie.

Während manche Fans einfach nur Musik hören wollten, bekommen sie inzwischen praktisch ein komplettes politisches Seminar mit E-Street-Band-Begleitung. Und offenbar gefällt genau das vielen Besuchern sogar besonders gut.

Der Sänger wirkte dabei keineswegs wie ein müder Altrocker auf Abschiedstournee, sondern eher wie ein rebellischer Aktivist mit Stadionmikrofon. Songs wie „War“, „No Surrender“ oder „American Skin (41 Shots)“ wurden regelrecht zu politischen Statements gegen Spaltung, Gewalt und gesellschaftliche Konflikte.

Besonders kurios:
Selbst Morddrohungen gegen Gitarrist Steven Van Zandt und politische Kritik an der Tour scheinen Springsteen eher zusätzlich anzustacheln. Offenbar lautet das Motto:
Je mehr Gegenwind, desto lauter die Gitarren.

Natürlich gab es auch die typische Springsteen-Magie:
Harmonikas wurden verschenkt, Fans weinten im Regen, und irgendwo zwischen Pathos, Rockmusik und Politik entstand wieder genau dieses amerikanische Stadiongefühl, das Springsteen seit Jahrzehnten perfektioniert hat.

Und weil ihm das offenbar noch nicht reicht, kündigte Springsteen am Ende gleich noch das nächste Großprojekt an:
Das „Power to the People Festival“ im Oktober bei Washington D.C. — mit Stars wie Foo Fighters, Tom Morello, Dave Matthews, Joan Baez und vielen weiteren Musikgrößen.

Kurz gesagt:
Bruce Springsteen macht inzwischen keine normalen Konzerte mehr.
Er veranstaltet politische Rock-Gottesdienste im Regen.

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