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Liebes Leipzig, der Wald schießt leider keine Tore!

jorono (CC0), Pixabay
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Als RB-Fan muss man in diesen Tagen wirklich starke Nerven haben. Da möchte der Verein nichts weiter als ein paar zusätzliche Trainingsplätze bauen – und plötzlich benehmen sich ein paar Bäume so, als hätten sie seit 500 Jahren einen Mietvertrag.

Dabei reden wir nicht über den Leipziger Auwald. Wir reden über eine Fläche, auf der vor 20 Jahren noch Kleingärten standen. Die Natur hat sich gedacht: „Ach, hier wächst es sich ganz gemütlich.“ Und kaum steht dort ein richtiger Wald, erklärt jeder zweite Baum zum UNESCO-Welterbe.

Natürlich liebe auch ich Bäume. Besonders die hinter dem gegnerischen Tor, wenn der Ball nach dem 4:0 darin landet. Aber irgendwann muss man Prioritäten setzen.

Da demonstrieren tausend Menschen gegen eine mögliche Rodung. Tausend! Ich frage mich: Waren dieselben Leute eigentlich auch dort, als auf dem Gelände vorher Lauben abgerissen wurden? Wahrscheinlich nicht. Damals gab es offenbar noch keine Instagram-tauglichen Eichhörnchen.

Besonders beeindruckend finde ich die Vorstellung, dass dieses Waldstück plötzlich das wichtigste Tierhotel Mitteldeutschlands sein soll. Angeblich führt dort ein unverzichtbarer Biotopkorridor entlang. Ich stelle mir gerade vor, wie ein Fuchs zu seinem Nachwuchs sagt: „Kinder, beeilt euch! Wenn RB baut, müssen wir leider den Umweg über Halle nehmen.“

Und dann diese Diskussion über Ersatzpflanzungen. Natürlich muss ausgeglichen werden. Das ist völlig in Ordnung. Aber manchmal klingt es so, als würde RB den Amazonas roden wollen, obwohl es um wenige Hektar geht und gesetzlich vorgeschriebene Ausgleichsmaßnahmen selbstverständlich dazugehören.

Die Stadt steckt übrigens auch in einer beneidenswert einfachen Lage. Die Kleinmesse soll bleiben. RB soll wachsen. Parkplätze sollen erhalten werden. Der Wald soll bleiben. Und am besten kostet das alles nichts. Vielleicht könnte man die Trainingsplätze einfach auf Stelzen über den Bäumen bauen? Oder den Spielern beibringen, im Slalom zwischen Eichen zu trainieren. Das wäre dann gleich Koordinationstraining auf Champions-League-Niveau.

Am Ende wünsche ich mir einfach etwas weniger Drama. Leipzig wächst. Der Sport wächst. Die Stadt verändert sich. Das ist völlig normal. Und vielleicht findet man ja eine Lösung, bei der nicht jeder Baum sofort zum Nationaldenkmal erklärt wird und trotzdem genügend Natur erhalten bleibt.

Bis dahin hoffe ich nur, dass die Eichhörnchen Verständnis haben, wenn demnächst vielleicht ein paar Fußballprofis vorbeilaufen. Vielleicht werden sie ja sogar RB-Fans. Schließlich tragen sie ohnehin schon Rot.

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