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50 Millionen für El Mala? Liebe BVB-Verantwortliche, bitte nicht!

hpgruesen (CC0), Pixabay
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Ich bin BVB-Fan. Und genau deshalb sage ich es ganz deutlich: 50 Millionen Euro für Said El Mala? Nein. Einfach nein.

Ja, der Junge kann Fußball spielen. Ja, er hat mit starken Auftritten auf sich aufmerksam gemacht. Und ja, er hat zweifellos Talent und Entwicklungspotenzial.

Aber seit wann kosten ein paar richtig gute Spiele in der Bundesliga plötzlich 50 Millionen Euro?

Manchmal habe ich das Gefühl, auf dem Transfermarkt werden mittlerweile Preise ausgewürfelt. Jung? Check. Schnell? Check. Bundesliga? Check. Großes Talent? Check. Zack – 50 Millionen!

So funktioniert das hoffentlich nicht beim BVB.

El Mala ist spannend – aber keine 50 Millionen spannend

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich hätte überhaupt nichts dagegen, El Mala im BVB-Trikot zu sehen.

Für 25 Millionen Euro? Sofort interessant.

Für 30 Millionen Euro? Kann man ernsthaft diskutieren.

Für 35 Millionen Euro? Das wäre für mich persönlich die absolute Schmerzgrenze.

Aber 50 Millionen?

Da bin ich raus.

Denn für diese Summe erwarte ich keinen Spieler, bei dem wir darüber diskutieren, was möglicherweise einmal aus ihm werden könnte. Für 50 Millionen möchte ich einen Spieler sehen, der bereits nachgewiesen hat, dass er Borussia Dortmund sofort auf einem höheren Niveau weiterhilft.

Der BVB ist schließlich kein Verein, der jedes Transfer-Risiko mit einem dreistelligen Millionenbudget auffangen kann.

Und bei 50 Millionen bleibt es ja nicht

Was mich an dieser Diskussion besonders stört: Es wird immer nur über die Ablösesumme gesprochen.

Nehmen wir also einmal an, der BVB würde tatsächlich die kolportierten 50 Millionen Euro Ablöse bezahlen.

Glaubt irgendjemand ernsthaft, damit wäre die Rechnung erledigt?

Natürlich nicht.

Da kommt möglicherweise ein Handgeld hinzu. Dann haben wir das Gehalt über mehrere Vertragsjahre. Dazu kommen Berater- beziehungsweise Agenturgebühren und möglicherweise weitere Bonuszahlungen.

Rechnet man das Gesamtpaket über die Vertragslaufzeit, könnte man schnell in einer Größenordnung landen, die eher Richtung 70 oder 75 Millionen Euro geht.

Natürlich ist das nur eine überschlägige Rechnung. Wir kennen weder ein mögliches Gehalt noch Handgeld, Provisionen oder Vertragsdetails.

Aber genau deshalb muss man bei solchen Transfers über das Gesamtpaket reden und nicht nur über die Ablöse.

Und dann frage ich mich:

Will der BVB wirklich ein möglicherweise 75 Millionen Euro schweres Gesamtpaket für El Mala schnüren?

Für mich wäre das Wahnsinn.

Für dieses Geld muss es Alternativen geben

Wenn Borussia Dortmund bereit ist, insgesamt eine solche Summe in einen Spieler zu investieren, dann erwarte ich von der Scouting-Abteilung einen ziemlich großen Stapel Alternativen.

Wir reden schließlich über Borussia Dortmund.

Der Verein sollte international genügend Kontakte und genügend sportliche Kompetenz besitzen, um für dieses Geld Spieler zu finden, die bereits auf hohem Niveau gezeigt haben, was sie können.

El Mala kann in zwei oder drei Jahren vielleicht ein Spieler sein, bei dem alle sagen: 50 Millionen? Schnäppchen!

Kann passieren.

Vielleicht ist er dann 80 Millionen wert.

Vielleicht aber auch nicht.

Genau das ist bei jungen Spielern das Risiko.

Und 50 Millionen Euro Ablöse sind mir für dieses Risiko schlicht zu viel.

Bitte nicht wieder für Potenzial bezahlen, als wäre es schon Weltklasse

Im Fußball gibt es einen Unterschied zwischen Potenzial und Leistung.

Potenzial bedeutet: Ein Spieler könnte einmal richtig gut werden.

50 Millionen Euro bedeuten für mich: Der Spieler sollte schon ziemlich gut sein.

Sehr gut sogar.

Natürlich bezahlt man bei jungen Spielern immer einen Teil der zukünftigen Entwicklung mit. Das gehört zum Transfergeschäft.

Aber irgendwann muss man sich fragen, ob man gerade einen Fußballer kauft oder dessen bestmögliches Zukunftsszenario bereits heute vollständig bezahlt.

Bei 50 Millionen für El Mala wäre für mich genau dieser Punkt erreicht.

Meine Schmerzgrenze: 35 Millionen

Deshalb wäre meine Position als BVB-Fan ziemlich einfach:

Bis 30 Millionen Euro: interessant.

35 Millionen Euro: Zähne zusammenbeißen, tief schlucken und machen, wenn die sportliche Führung wirklich hundertprozentig überzeugt ist.

40 Millionen Euro: schwierig.

50 Millionen Euro: freundlich bedanken und weiterziehen.

Denn Borussia Dortmund muss nicht jeden Transfer gewinnen.

Manchmal gewinnt man auf dem Transfermarkt auch dadurch, dass man einen überzogenen Preis einfach nicht bezahlt.

Und wenn El Mala anschließend durch die Decke geht?

Dann weiß ich schon, was passiert.

El Mala wechselt irgendwo anders hin, schießt in den ersten fünf Spielen vier Tore und spätestens danach heißt es:

„Wie konnte der BVB den nur nicht holen?“

Dann werden wieder alle schlauer gewesen sein.

Geschenkt.

Transferentscheidungen müssen anhand der Informationen und Preise getroffen werden, die zum Zeitpunkt des Transfers vorliegen.

Und aus meiner Sicht rechtfertigt El Mala derzeit keine Ablöse von 50 Millionen Euro.

Vielleicht straft er mich irgendwann Lügen.

Dann gratuliere ich ihm gerne.

Aber Borussia Dortmund kann seine Transferstrategie nicht danach ausrichten, aus Angst vor einem späteren „Hätten wir doch mal“ jeden aufgerufenen Preis zu bezahlen.

Lieber 35 Millionen bieten – und notfalls Nein sagen

El Mala beim BVB?

Gerne.

El Mala für 50 Millionen Euro Ablöse?

Nein, danke.

Bei maximal 35 Millionen Euro wäre für mich Schluss.

Wenn der abgebende Verein dafür nicht verkaufen möchte, ist das völlig legitim. Dann bleibt El Mala eben dort oder ein anderer Klub bezahlt die geforderte Summe.

Der BVB sollte sich nicht treiben lassen.

Denn wenn aus 50 Millionen Ablöse am Ende ein Gesamtinvestment von möglicherweise 70 oder 75 Millionen Euro wird, dann muss ein Spieler für mich mehr mitbringen als Talent, Hoffnung und einige richtig starke Bundesliga-Auftritte.

Für dieses Geld will ich keine Wette auf die Zukunft kaufen. Für dieses Geld will ich Qualität, die schon heute den Unterschied macht.

Und deshalb, liebe BVB-Verantwortliche:

35 Millionen – meinetwegen. 50 Millionen? Bitte einfach weiterscouten.

2 Kommentare

  • „Für dieses Geld will ich keine Wette auf die Zukunft kaufen. Für dieses Geld will ich Qualität, die schon heute den Unterschied macht.“

    Der Junge hat 18 Scorerpunkte gemacht in der abgelaufenen Spielzeit. Das ist schon eine gute Marke. Gleich viele wie Beier, zwei weniger als Guirassy. Ist mit 13 Toren achtbester Torschütze der Liga! Und das bei einem Verein, der bis zum Schluss um den Abstieg mitgespielt hat.

    Das ist mehr als eine Wette auf die Zukunft. Ich sehe da schon heute genug Qualität, die den Unterschied ausmachen kann. Und wahrscheinlich Köln den Klassenerhalt gesichert hat.

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