Es gibt in Leipzig Naturgesetze.
Die Sonne geht im Osten auf.
Der Cossi ist im Sommer voll.
Und wenn irgendwo ein Baum gefällt werden soll, steht Jürgen Kasek garantiert schon mit Megafon bereit.
Diesmal geht es um die geplante Erweiterung des Trainingsgeländes von RB Leipzig. Die Stadt hat einen Kompromiss vorgelegt: RB bekommt ein Grundstück, das Trainingszentrum wächst, die Kleinmesse bleibt an ihrem angestammten Platz – eigentlich eine klassische Win-win-Lösung.
Eigentlich.
Denn kaum war die Beschlussvorlage auf dem Tisch, marschierten rund 1.400 Demonstranten los. Und wer hielt die Abschlussrede? Natürlich Jürgen Kasek.
Man könnte meinen, der Mann besitzt einen Bewegungsmelder, der sofort Alarm schlägt, sobald irgendwo eine Motorsäge angemeldet wird.
Seine Botschaft: „Der Wald ist nicht verhandelbar.“
Nun muss man fair bleiben: Naturschutz ist wichtig.
Aber genauso wichtig ist auch die Entwicklung einer Stadt.
RB Leipzig ist längst kein Dorfverein mehr, sondern ein internationaler Fußballstandort, der Arbeitsplätze schafft, Steuereinnahmen generiert und Leipzig weltweit bekannt macht. Wer dauerhaft im Spitzenfußball mitspielen will, braucht eben auch zeitgemäße Trainingsbedingungen.
Das scheint manchen jedoch weniger wichtig zu sein als jeder Strauch, der in den vergangenen 30 Jahren zufällig dort gewachsen ist, wo früher einmal Kleingärten standen.
Man gewinnt inzwischen fast den Eindruck, dass manche lieber den nächsten Champions-League-Spieler zwischen Brombeerhecken trainieren lassen würden.
Besonders bemerkenswert ist dabei die Empörung.
Geht es um neue Wohnungen – Protest.
Geht es um Straßen – Protest.
Geht es um Windräder – Protest.
Geht es um Fußball – selbstverständlich ebenfalls Protest.
Leipzig entwickelt sich offenbar nur noch dann problemlos weiter, wenn niemand etwas verändert.
Und natürlich fordert die grüne Stadtratsfraktion gleich eine Alternative.
Am besten auf der Alten Messe.
Denn in Deutschland gilt inzwischen offenbar der Grundsatz:
Gebaut wird immer.
Nur bitte nicht dort, wo gebaut werden soll.
Fazit:
Der Stadtrat sollte der Beschlussvorlage zustimmen.
Leipzig braucht moderne Infrastruktur, wirtschaftliche Entwicklung und einen erfolgreichen Bundesligisten.
Und Jürgen Kasek?
Der findet bestimmt schon morgen den nächsten Baum, den er retten kann.
Langweilig wird ihm in Leipzig jedenfalls nie.
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