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Klimastudie warnt: Künftige „Stürme des Jahrhunderts“ könnten noch zerstörerischer werden

tweetyspics (CC0), Pixabay
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An der US-Ostküste drohen künftig noch heftigere Winterstürme – sogenannte Nor’easter – als je zuvor. Das zeigt eine neue Studie unter Leitung des Klimawissenschaftlers Michael Mann von der University of Pennsylvania, veröffentlicht in den Proceedings of the National Academy of Sciences.

Diese oft unterschätzten Stürme, die zwischen Herbst und Frühjahr auftreten, bringen Regen, Schnee und Überflutungen und trafen in der Vergangenheit Millionenstädte wie New York, Boston und Washington mit voller Wucht. Der berühmte „Storm of the Century“ 1993 und „Snowmageddon“ 2010 gelten als historische Extremereignisse – künftig könnten solche Stürme noch intensiver werden.

Mithilfe eines Algorithmus analysierten Forscher rund 900 Nor’easter-Stürme zwischen 1940 und 2025. Ergebnis: Die stärksten dieser Stürme weisen heute etwa 6 % höhere Windgeschwindigkeiten auf als vor 80 Jahren – was ihre zerstörerische Kraft um bis zu 20 % erhöht. Zudem nehmen auch Regen- und Schneemengen um rund 10 % zu.

Der Grund ist laut Mann simpel: wärmere Ozeane und Luft führen zu mehr Verdunstung und Feuchtigkeit in der Atmosphäre, die sich dann in heftigeren Niederschlägen entlädt – ein physikalisch logischer Effekt der Erderwärmung.

Zwar rechnen Fachleute mit insgesamt weniger Nor’eastern in einer wärmeren Welt, da der Temperaturkontrast zwischen Arktis und Atlantik abnimmt. Doch wenn sie auftreten, werden sie gefährlicher, betont Mann. Der wirtschaftliche Schaden solcher Stürme sei bereits heute vergleichbar mit dem von Hurrikanen – wie etwa beim „Ash-Wednesday-Sturm“ 1962.

Laut den Forschern wird auch das Überflutungsrisiko vieler Ostküstenstädte unterschätzt, da Nor’easter in bisherigen Risikomodellen oft vernachlässigt wurden.

Jennifer Francis vom Woodwell Climate Research Center fordert daher mehr Vorsorge: „Vorsorge ist günstiger als Wiederaufbau.“ Auch Judah Cohen vom MIT verweist auf die oft missverstandenen Folgen des Klimawandels – denn auch Kälte- und Schneestürme können durch globale Erwärmung extremer werden.

Fazit: Auch in einer wärmeren Welt bleibt Winterwetter ein ernstes Risiko – mit stärkeren Einzelereignissen, die neue Maßstäbe für Zerstörung setzen könnten.

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