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Hypothekenzinsen in den USA steigen auf höchsten Stand seit neun Monaten

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Der Traum vom Eigenheim wird für viele Amerikaner erneut teurer. Die durchschnittlichen Hypothekenzinsen in den USA sind auf den höchsten Stand seit neun Monaten gestiegen – und ausgerechnet der Konflikt im Nahen Osten spielt dabei eine zentrale Rolle.

Nach aktuellen Daten von Freddie Mac liegt der Zinssatz für eine klassische 30-jährige Immobilienfinanzierung inzwischen bei 6,51 Prozent. Damit erreichen die Zinsen den höchsten Wert seit August vergangenen Jahres.

Krieg und Inflation treiben die Märkte nervös

Hinter dem Anstieg steckt vor allem die zunehmende Nervosität an den Finanzmärkten. Anleger befürchten, dass der Krieg mit dem Iran die Ölpreise dauerhaft nach oben treiben könnte. Höhere Energiekosten wiederum gelten als klassischer Inflationstreiber.

Genau diese Sorge sorgt derzeit für Turbulenzen am amerikanischen Anleihemarkt. Besonders stark stieg in den vergangenen Tagen die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen – ein wichtiger Orientierungspunkt für Hypothekenzinsen.

Steigen die Renditen, verteuern sich meist auch Immobilienkredite.

Inflation bleibt hartnäckig

Zusätzlich belastet die weiterhin hohe Inflation die Stimmung. Die Verbraucherpreise lagen im April 3,8 Prozent höher als im Vorjahr – der höchste Wert seit fast einem Jahr.

Besonders bitter für viele Amerikaner: Zum ersten Mal seit drei Jahren stiegen die Löhne nicht schneller als die Inflation. Damit verlieren viele Haushalte real wieder an Kaufkraft.

Gerade beim Hauskauf wird das zunehmend zum Problem. Denn hohe Kreditkosten treffen auf ohnehin bereits teure Immobilienpreise.

Der Immobilienmarkt verliert an Schwung

Die Unsicherheit macht sich inzwischen auch am Häusermarkt bemerkbar. Eigentlich beginnt im Frühjahr traditionell die wichtigste Phase für Immobilienverkäufe in den USA. Doch die aktuellen Zahlen wirken eher verhalten.

Die Verkäufe bestehender Häuser stiegen zwischen März und April lediglich um 0,2 Prozent. Im Monat zuvor waren sie sogar deutlich zurückgegangen.

Experten sprechen bereits von einer zunehmend angespannten Stimmung unter Käufern. Viele potenzielle Interessenten zögern, weil niemand abschätzen kann, wie sich Inflation, Zinsen und die geopolitische Lage weiter entwickeln werden.

„Die Menschen brauchen Sicherheit“

Der Ökonom Brad Case von Homes.com beschreibt die Situation drastisch. Beim Hauskauf handle es sich für die meisten Menschen um die größte finanzielle Entscheidung ihres Lebens.

Und genau dafür fehle derzeit vielen Amerikanern die notwendige Sicherheit.

„Es gibt aktuell zwei große Hindernisse für Wohneigentum“, erklärt Case. „Hohe Hypothekenzinsen und Unsicherheit.“

Selbst kleine Schwankungen bei den Zinsen könnten viele Käufer verunsichern, weil sich dadurch die monatlichen Kreditraten schnell um mehrere Hundert Dollar verändern.

Hoffnung auf sinkende Zinsen schwindet

Noch vor wenigen Monaten hatten viele Marktbeobachter erwartet, dass die Hypothekenzinsen 2026 deutlich sinken würden. Hintergrund waren die Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve.

Doch diese Hoffnung erfüllt sich bislang nicht.

Zwar liegen die aktuellen Hypothekenzinsen noch leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Von einer echten Entspannung am Immobilienmarkt kann allerdings keine Rede sein.

Im Gegenteil: Sollte der Konflikt im Nahen Osten weiter eskalieren und die Inflation erneut anziehen, könnten Immobilienkredite in den USA sogar noch teurer werden.

Für viele Amerikaner rückt der Traum vom Eigenheim damit erneut ein Stück weiter in die Ferne.

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