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Auch neue Wahlumfrage zu Sachsen

Texler (CC0), Pixabay
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Sachsen und die große Frage: Wann hören die Altparteien endlich auf, Wahlkampf für die AfD zu machen?

Die neuesten Umfragewerte aus Sachsen wirken inzwischen fast wie ein Running Gag der deutschen Politik. Die AfD liegt laut aktueller Insa-Erhebung bei satten 42 Prozent. Die CDU kommt auf 21 Prozent und damit exakt auf die Hälfte. SPD und Grüne dümpeln gemeinsam irgendwo im Bereich „politische Fußnote“ herum, während das Bündnis Sahra Wagenknecht offenbar langsam merkt, dass Protestparteien plötzlich Konkurrenz bekommen können.

Kurz gesagt: Die AfD marschiert, die Altparteien diskutieren wahrscheinlich noch über gendergerechte Kantinenpläne und CO₂-neutrale Büroklammern.

Die CDU kämpft tapfer um Platz zwei

Besonders beeindruckend ist die Leistung der CDU. Man schafft es inzwischen tatsächlich, trotz Regierungsverantwortung und jahrzehntelanger Erfahrung gleichzeitig erschöpft, ratlos und überrascht auszusehen.

Der politische Masterplan scheint aktuell ungefähr so zu funktionieren:

  1. AfD kritisieren.
  2. Bürger belehren.
  3. Sich wundern, warum die AfD danach wieder zwei Prozentpunkte steigt.

Man könnte fast meinen, irgendwo in der AfD-Zentrale sitzt inzwischen ein Mitarbeiter mit CDU-Mitgliedsausweis und verteilt heimlich Strategiepapierchen.

Die beste Wahlwerbung kommt weiterhin vom Gegner

Die eigentliche Stärke der AfD liegt mittlerweile nämlich gar nicht mehr nur in der eigenen Politik. Nein – ihre beste Wahlwerbung liefern zuverlässig die politischen Gegner.

Denn kaum sinken die Umfragewerte von CDU, SPD oder Grünen, passiert immer dasselbe:
Irgendein Politiker erklärt den Bürgern erst einmal, warum sie falsch denken, zu emotional sind oder Demokratie noch nicht vollständig verstanden haben.

Das wirkt ungefähr so motivierend wie ein Zahnarzttermin an Weihnachten.

Und während die Bürger langsam überlegen, wie sie Heizkosten, Miete und Einkauf bezahlen sollen, diskutiert Berlin gefühlt zum zwölften Mal darüber, ob ein Lastenfahrrad steuerlich als emotionales Kulturgut anerkannt werden sollte.

Sachsen entwickelt sich zum politischen Endgegner

In Sachsen scheint sich inzwischen eine ganz eigene politische Dynamik entwickelt zu haben. Dort gewinnt die AfD mittlerweile nicht mehr nur aus Protest, sondern weil viele Menschen offenbar ernsthaft glauben, dass die anderen Parteien komplett den Kontakt zur Realität verloren haben.

Die CDU wirkt dabei wie jemand, der bei einem Fußballspiel 0:4 hinten liegt und trotzdem erklärt:
„Wir müssen jetzt einfach noch mehr so weiterspielen.“

Und die SPD? Die sucht wahrscheinlich immer noch verzweifelt den berühmten kleinen Mann, von dem sie früher einmal behauptet hat, ihn zu vertreten.

Minderheitsregierung mit Minderheitsstimmung

Besonders kurios: Sachsen wird derzeit von einer CDU-SPD-Minderheitsregierung regiert. Das klingt schon sprachlich wie eine politische Selbsthilfegruppe.

Die Stimmung im Land scheint jedenfalls eindeutig:
Viele Wähler haben mittlerweile ungefähr so viel Vertrauen in die etablierten Parteien wie in einen Gebrauchtwagenhändler mit Sonnenbrille und dem Satz:
„Der Motor macht das Geräusch schon immer.“

Der Anti-AfD-Wahlkampf funktioniert erstaunlich zuverlässig – für die AfD

Und genau deshalb stellt sich langsam wirklich die große Frage:
Wann hören die Altparteien endlich damit auf, Wahlkampf für die AfD zu machen?

Denn jedes Mal, wenn irgendwo ein Politiker erklärt, warum die Bürger falsch fühlen, falsch denken oder dringend mehr Vertrauen haben sollten, klingelt vermutlich in der AfD-Zentrale eine kleine Kasse.

Besonders beliebt scheint mittlerweile die Strategie:
„Wir warnen jetzt einfach noch lauter vor der AfD.“

Das Problem ist nur: Seit Jahren steigt die AfD trotz – oder vielleicht gerade wegen – dieser Dauerwarnungen immer weiter.

Irgendwann müsste doch selbst im politischen Berlin mal jemand auf die Idee kommen, dass man einen Brand nicht löscht, indem man Benzin hineinkippt.

Bis 2029 kann noch viel passieren – vermutlich noch mehr AfD-Wahlwerbung

Zwar wird in Sachsen erst 2029 wieder gewählt. Aber wenn die aktuelle Entwicklung so weitergeht, braucht die AfD irgendwann wahrscheinlich gar keinen eigenen Wahlkampf mehr.

Dann reicht es völlig aus, einfach CDU, SPD und Grüne weiterreden zu lassen.

Und irgendwo sitzt Friedrich Merz wahrscheinlich schon über der nächsten Brandmauer-Rede, während in Sachsen die AfD heimlich Popcorn bestellt.

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