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Klimaschutz vs. Kulturgut: Aktivist nach Angriff auf Degas-Skulptur verurteilt

geralt (CC0), Pixabay
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Der Klimaschutzaktivist Timothy Martin ist von einem Geschworenengericht schuldig gesprochen worden, eine Vitrine im Nationalmuseum der USA beschädigt zu haben, die die berühmte Skulptur „Little Dancer Aged Fourteen“ des französischen Künstlers Edgar Degas schützt. Die Skulptur selbst blieb unversehrt – dennoch drohen dem Aktivisten nun Haft und Geldstrafen.

Martin gehört zur Gruppe Declare Emergency, einer Klimabewegung, die gezielt mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen auf die Klimakrise aufmerksam machen will – auch wenn dies bedeutet, Kulturgüter zu gefährden oder empfindliche Museumssicherheit zu durchbrechen.

Was war passiert?

Im April 2023 hatte Martin gemeinsam mit der Mitaktivistin Johanna Smith mit rot-schwarzer, auswaschbarer Kinderfarbe die Glasschutzvitrine des rund 150 Jahre alten Meisterwerks beschmiert. Die Skulptur aus Wachs, Menschenhaar und Stoff gehört zu den wenigen originalen Werken Degas’ dieser Art und ist ein international geschätztes Symbol des Impressionismus.

Laut Staatsanwaltschaft entstand an der Vitrine ein Sachschaden von rund 4.000 US-Dollar, zusätzlich musste das Exponat zehn Tage lang aus der Ausstellung genommen werden.

„Es geht nicht um Farbe – es geht ums Überleben“

Martin, Vater zweier Kinder, verteidigte sein Handeln gegenüber der Presse. Es sei nicht seine Absicht gewesen, das Kunstwerk zu beschädigen. Vielmehr habe er die Vitrine symbolisch mit Farbe „markiert“, um auf das Leid heutiger Kinder durch den fortschreitenden Klimawandel aufmerksam zu machen.

„Die Skulptur ist geschützt. Die Kinder dieser Welt sind es nicht“, sagte Martin gegenüber USA Today.
„Wenn das Haus brennt, muss man schreien und die Leute wachrütteln.“

Strafe folgt im August

Der zuständige US-Bezirksrichterin Amy Berman Jackson wird das Strafmaß im August festlegen. Martin wurde unter anderem wegen Verschwörung zur Schädigung von Staatseigentum sowie Beschädigung eines Bundesexponats verurteilt. Ihm droht eine Haftstrafe sowie eine Geldstrafe in vierstelliger Höhe.

Seine Mitstreiterin Johanna Smith wurde bereits im Dezember 2023 zu 60 Tagen Haft, einer Geldstrafe von 3.000 Dollar sowie 4.062 Dollar Schadensersatz verurteilt.

Teil eines Trends: Kunst als Bühne für Klimaaktionen

Die Protestaktion reiht sich ein in eine Serie spektakulärer Klimaaktionen, die sich in den letzten Jahren – vor allem in Europa – häuften. In der Vergangenheit waren unter anderem Werke wie „Die Sonnenblumen“ von van Gogh, „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ von Vermeer oder „Die Mona Lisa“ Ziel symbolischer Angriffe durch Klimaaktivisten. In den USA sorgte zuletzt der Vorfall für Aufsehen, bei dem rote Farbe auf die Vitrine der US-Verfassung im Nationalarchiv geworfen wurde.

Die Organisation Declare Emergency ist bekannt für radikale Aktionen – zuletzt auch durch das Beschädigen eines Denkmals für schwarze Bürgerkriegssoldaten. Zwei Aktivisten wurden dafür zu 18 bzw. 24 Monaten Haft und fast 60.000 Dollar Schadenersatz verurteilt.

Gesellschaftlich gespalten

Während Klimaschützer auf den drohenden ökologischen Kollaps hinweisen und ihre Aktionen als letzten Hilferuf verstanden wissen wollen, warnen Museen und Restauratoren weltweit: Solche Aktionen gefährden das kulturelle Erbe – selbst wenn die Kunstwerke selbst unversehrt bleiben.

Der Internationale Museumsrat (ICOM) warnt, dass Aktivisten die „Zerbrechlichkeit und Einzigartigkeit kultureller Objekte unterschätzen“.

Fazit

Der Fall Timothy Martin wirft eine schwierige Frage auf: Darf man Kulturgut gefährden, um für das Klima zu kämpfen? Oder führt die Radikalität solcher Protestformen eher zur Entfremdung vom eigentlichen Anliegen?

Eines ist sicher: Das Strafmaß im August wird nicht nur Martin treffen – es könnte auch Signalwirkung für künftige Klimaaktionen in Museen weltweit entfalten.

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