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Kim Philby: Der britische Doppelagent, der Moskau Jahrzehnte lang mit Geheimnissen versorgte

theweltt (CC0), Pixabay
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Kim Philby gilt bis heute als einer der spektakulärsten Verräter der britischen Geheimdienstgeschichte. Der MI6-Offizier arbeitete über Jahre heimlich für die Sowjetunion und lieferte Moskau sensible Informationen über britische und amerikanische Operationen. 1963 floh er in die UdSSR.

Besonders bemerkenswert ist ein bislang selten gezeigtes Video aus dem Jahr 1981. Darin hält Philby vor Mitarbeitern der ostdeutschen Staatssicherheit einen Vortrag über Spionage und erklärt erstaunlich offen, wie er britische Geheimnisse aus dem MI6 herausschmuggelte. Er nahm Akten mit nach Hause, übergab sie seinen sowjetischen Kontakten zum Fotografieren und brachte sie am nächsten Morgen zurück.

Philby gehörte zu den sogenannten Cambridge Five, einer Gruppe britischer Spione, die während des Zweiten Weltkriegs und des Kalten Kriegs für Stalin arbeiteten. Zu ihnen zählten auch Donald Maclean, Guy Burgess, Anthony Blunt und John Cairncross.

Der Schaden war enorm. Philby verriet unter anderem westliche Geheimoperationen in Albanien. Zahlreiche Agenten kamen dabei ums Leben. Kritiker werfen ihm deshalb vor, nicht nur sein Land, sondern auch Menschen verraten zu haben, die ihm vertrauten.

Seinen Aufstieg beim MI6 erleichterte nach Ansicht von Historikern das damalige britische Klassensystem. Wer aus dem richtigen Milieu kam, die passende Universität besucht hatte und sich überzeugend gab, wurde oft weniger streng überprüft. Philby nutzte diese Schwächen jahrelang aus.

Obwohl nach der Flucht anderer Mitglieder der Cambridge Five bereits früh Verdacht auf ihn fiel, konnte ihm lange nichts gerichtsfest nachgewiesen werden. 1963 gelang schließlich die Flucht nach Moskau.

Dort wurde Philby als Held gefeiert, stieg im KGB bis zum Oberst auf und blieb bis zu seinem Tod 1988 in der Sowjetunion.

Sein wohl zynischster Rat an spätere Spione lautete sinngemäß: niemals gestehen, immer alles abstreiten. Genau dieses Prinzip hatte ihm selbst jahrelang geholfen.

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