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Italien: Neun Festnahmen wegen mutmaßlicher Millionenhilfe an Hamas

jorono (CC0), Pixabay
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Italienische Behörden haben neun Personen festgenommen, denen vorgeworfen wird, über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren rund 7 Millionen Euro für die militant-islamistische Organisation Hamas gesammelt zu haben. Die Gelder seien angeblich als humanitäre Hilfe für palästinensische Zivilisten deklariert worden, so ein Statement der Polizei – doch tatsächlich seien über 71 % dieser Spenden an die militärischen Strukturen der Hamas geflossen.

Komplexes Spenden-Netzwerk mit Sitz in Genua

Die Ermittlungen, die nach dem Hamas-Angriff auf Südisrael am 7. Oktober 2023 intensiviert wurden, führten zu einem groß angelegten Zugriff der italienischen Anti-Terror- und Finanzpolizei. Im Fokus standen auffällige Finanztransaktionen, die bereits vor dem Terroranschlag analysiert worden waren. Dabei stießen die Ermittler auf ein „komplexes Spenden- und Transfersystem“ mit Hauptsitz in Genua und weiteren Strukturen in Mailand.

Unterstützung für Terrorfamilien

Laut Polizei diente das Geld der Finanzierung des militärischen Arms der Hamas sowie zur Unterstützung von Familien palästinensischer Selbstmordattentäter oder inhaftierter Terroristen. Zeitgleich mit den Festnahmen wurden auch Vermögenswerte im Wert von über 8 Millionen Euro beschlagnahmt.

Prominenter Verdächtiger: Präsident der Palästinensischen Vereinigung

Zu den Verhafteten gehört auch Mohammad Hannoun, Präsident der Palästinensischen Vereinigung in Italien. Hannoun ist laut Innenminister Matteo Piantedosi der bekannteste unter den Beschuldigten. Hannoun selbst bezeichnete die Vorwürfe in der Vergangenheit als „Lüge“.

Innenminister mahnt zur Zurückhaltung

In einem Beitrag auf der Plattform X dankte Innenminister Piantedosi den Sicherheitskräften für ihren Einsatz, erinnerte jedoch auch daran, dass die Unschuldsvermutung in diesem Stadium der Ermittlungen gelte.

Einordnung:

Der Fall wirft ein grelles Licht auf die Grauzonen internationaler Spendenflüsse. Wenn sich die Vorwürfe bestätigen, wäre dies ein weiteres Beispiel dafür, wie Terrorgruppen unter humanitärem Deckmantel Spendengelder abschöpfen – ein sensibles Thema inmitten der eskalierenden Lage im Nahen Osten.

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