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Iran zwischen Kalaschnikow-Kurs und Abendspaziergang – Willkommen im etwas anderen Vorabendprogramm

syafrani_jambe (CC0), Pixabay
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Während andere Länder Kochshows oder Datingformate senden, setzt das iranische Staatsfernsehen derzeit offenbar auf ein neues Erfolgsrezept:
„Kalaschnikow für Anfänger – live im Studio.“

Denn in Iran wird die Stimmung zunehmend kriegerisch. Nach neuen Drohungen von Donald Trump und stockenden Gesprächen bereitet sich das Land sichtbar auf mögliche neue Konflikte vor. Und das inzwischen nicht mehr nur militärisch — sondern auch emotional, medial und fast schon volkspädagogisch.

„Death to America“ mit Souvenirstand

In Teheran ziehen seit Monaten jeden Abend staatlich organisierte Kundgebungen durch die Straßen. Zwischen patriotischen Slogans, wehenden Flaggen und Lautsprechern voller „Death to America“-Rufe verkaufen Händler inzwischen Baseballcaps und Fanartikel wie bei einem etwas aggressiveren Stadtfest.

Man bekommt fast den Eindruck:
Zwischen geopolitischer Eskalation und Straßenfest liegt manchmal nur ein Verkaufsstand mit Tee und Aufnähern.

Kriegsvorbereitung für die ganze Familie

Besonders bemerkenswert:
In öffentlichen Plätzen tauchen neuerdings Waffenstände auf, an denen Zivilisten den Umgang mit Gewehren lernen können.

Da steht dann etwa eine Frau im schwarzen Tschador und zerlegt unter Anleitung ein AK-47-Gewehr, während ein paar Meter weiter ein kleines Mädchen mit einer Kalaschnikow spielt und lachend in die Luft zielt.

Das klingt weniger nach Sicherheitslage und mehr nach:
„Familientag bei der Revolutionsgarde.“

Staatsfernsehen entdeckt Actionkino

Auch das iranische Fernsehen scheint inzwischen beschlossen zu haben, journalistische Distanz sei überschätzt.

Ein Moderator feuerte während einer Livesendung sogar demonstrativ mit einem Gewehr in die Studiodecke.

Man muss zugeben:
Das hebt die Einschaltquote wahrscheinlich effektiver als jede Wettermoderation.

Eine weitere Moderatorin präsentierte stolz ein Sturmgewehr, das ihr angeblich Zuschauer aus einem Teheraner Stadtviertel geschickt hätten.

In anderen Ländern schicken Zuschauer Blumen oder Schokolade ins Studio.
In Iran offenbar inzwischen Kalaschnikows.

Trump als Dauerkulisse

Parallel dazu verschärft Donald Trump wieder einmal verbal die Lage und erklärte sinngemäß:
Iran solle sich beeilen, sonst bleibe „nichts mehr übrig“.

Was in der internationalen Diplomatie ungefähr die Feinfühligkeit eines Vorschlaghammers besitzt.

Viele Iraner glauben deshalb offenbar nicht mehr an echte Verhandlungen. Stattdessen wächst das Gefühl:
Der Krieg sei nur pausiert — nicht beendet.

Und dann gibt es noch die normalen Menschen

Zwischen all den martialischen Bildern zeigt der Bericht aber auch eine andere Seite Irans:
Menschen, die einfach nur Frieden wollen.

In Parks trinken Paare Tee, schlendern Hand in Hand durch die Stadt oder sagen schlicht:
„No to war.“

Eine Professorin erklärt leise, sie wünsche sich einfach ein normales Leben für ihre Kinder.

Und genau dieser Kontrast macht die Situation so absurd:
Während im Fernsehen Sturmgewehre präsentiert werden, wünschen sich viele Menschen schlicht Ruhe, Zukunft und Normalität.

Fazit

Iran wirkt derzeit wie ein Land zwischen zwei Parallelwelten:
Hier patriotische Mobilmachung, Waffenstände und Fernsehmoderatoren mit Kalaschnikow —
dort Menschen, die einfach nur spazieren gehen und hoffen, dass alles nicht noch schlimmer wird.

Oder anders gesagt:
Wenn selbst Nachrichtensprecher anfangen, ins Studiodach zu schießen, weiß man endgültig, dass die politische Lage leicht angespannt ist.

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