Die Commerzbank hat den Italienern von UniCredit jetzt ziemlich höflich, aber unmissverständlich erklärt:
„Netter Versuch — aber nein danke.“
Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen den Aktionären jedenfalls, ihre Commerzbank-Aktien nicht gegen UniCredit-Papiere einzutauschen. Der Grund ist simpel:
Das Angebot sei schlicht zu niedrig — und außerdem fehle ein überzeugender Plan für die große deutsch-italienische Bankenromanze.
Oder wie man es zwischen den Zeilen lesen kann:
„Ihr wollt uns kaufen, habt aber vergessen zu erklären, warum das überhaupt eine gute Idee sein soll.“
Übernahmeangebot unter Börsenkurs – mutig
Besonders charmant:
Das Angebot der UniCredit lag laut Commerzbank sogar unter dem aktuellen Börsenkurs der eigenen Aktie.
Das ist ungefähr so, als würde jemand versuchen, einen Porsche zu kaufen — zum Preis eines gebrauchten Motorrollers — und sich dann wundern, warum der Verkäufer skeptisch reagiert.
Die Commerzbank verweist außerdem darauf, dass Analysten die Aktie deutlich höher bewerten. Im Klartext:
„Wenn schon Übernahme, dann bitte wenigstens mit ernst gemeinter Verführung.“
„Opportunistischer Versuch“
Besonders schön formuliert ist der offizielle Vorwurf:
Das Angebot sei ein „opportunistischer Versuch“, Kontrolle zu übernehmen.
Bankersprache ist faszinierend.
In anderen Branchen würde man wahrscheinlich einfach sagen:
„Die wollen uns billig einsacken.“
Die große Strategiefrage
Noch schwerer wiegt offenbar ein anderes Problem:
UniCredit habe keinen „nachvollziehbaren und belastbaren strategischen Plan“ vorgelegt.
Das klingt in Konzernsprache ungefähr wie:
„Wir wissen nicht mal genau, was ihr nach der Hochzeit eigentlich mit uns vorhabt.“
Und das ist im Bankensektor natürlich heikel. Schließlich reden wir hier nicht über zwei kleine Sparkassen, die gemeinsam einen neuen Kaffeeautomaten bestellen wollen, sondern über milliardenschwere Finanzkonzerne.
Commerzbank glaubt weiter an sich selbst
Die Commerzbank betont stattdessen selbstbewusst, mit ihrer eigenen Strategie mehr Wert schaffen zu können.
Man könnte sagen:
Nach Jahren voller Krisen, Rettungsaktionen und Sparprogrammen hat die Commerzbank plötzlich wieder Selbstvertrauen entdeckt.
Das allein dürfte in Frankfurt schon fast als wirtschaftliches Wunder gelten.
Fazit
Die Botschaft aus Deutschland an UniCredit lautet derzeit ziemlich klar:
- Das Angebot ist zu billig.
- Der Plan ist zu dünn.
- Und die Commerzbank sieht sich selbst gerade wertvoller denn je.
Oder kürzer:
„Wenn ihr uns übernehmen wollt, müsst ihr schon mit mehr kommen als einem Taschenrechner und italienischem Charme.“
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