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New York im Bahnchaos: Hoffnungsschimmer im größten Pendlerstreik seit Jahrzehnten

ArtTower (CC0), Pixabay
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New York erlebt derzeit das, wovor sich Pendler normalerweise mehr fürchten als steigende Mieten oder einen leeren Kaffeebecher am Montagmorgen: Die Long Island Rail Road steht still.

Der Streik bei Amerikas größter Pendlerbahn sorgt seit Samstag für massive Verkehrsprobleme rund um New York. Hunderttausende Fahrgäste mussten ihre gewohnten Wege plötzlich neu organisieren — oder gleich im Homeoffice bleiben.

Immerhin gibt es inzwischen vorsichtigen Optimismus. Vertreter der Gewerkschaften und der Verkehrsbehörde MTA signalisierten am Montag, dass die Gespräche deutlich besser verliefen als noch am Wochenende.

„Es sieht heute wesentlich vielversprechender aus als gestern“, erklärte James Louis von der Gewerkschaft der Lokführer gegenüber CNN.

New York entdeckt plötzlich das Homeoffice wieder

Die Long Island Rail Road transportiert normalerweise rund 250.000 Fahrgäste täglich mit fast 1.000 Zügen. Stattdessen stehen nun Anzeigetafeln mit „Service suspended“ in den Bahnhöfen — für viele New Yorker ungefähr so beruhigend wie ein Feueralarm im Schlaf.

Die Behörden rieten Pendlern deshalb offiziell:
Wenn möglich, bitte zuhause arbeiten.

Eine Empfehlung, die viele Arbeitgeber vermutlich genau so begeistert aufgenommen haben wie ihre Mitarbeiter.

Ersatzbusse für 250.000 Menschen? Viel Glück.

Der Bundesstaat New York versucht zwar gegenzusteuern und schickt zusätzliche Shuttlebusse in Richtung Manhattan. Das kleine Problem:
Die Busse schaffen zusammen gerade einmal rund 26.000 Fahrgäste pro Tag.

Oder anders gesagt:
Für die restlichen hunderttausenden Pendler bleibt hauptsächlich die Auswahl zwischen:

  • Stau,
  • Verzweiflung
  • oder sehr kreativen Ausreden beim Chef.

Bürgermeister Zohran Mamdani warnte bereits vor „ungewöhnlich starkem Verkehr“. Das ist für New York ungefähr die diplomatische Umschreibung für:
„Plant besser gleich ein Zelt auf der Autobahn ein.“

Streit um Löhne und Arbeitsbedingungen

Der Arbeitskampf ist der erste große Streik bei der Long Island Rail Road seit 1994. Hintergrund sind festgefahrene Verhandlungen über Löhne und Arbeitsbedingungen.

Die Beschäftigten verlangen nach eigenen Angaben ihre erste Gehaltserhöhung seit 2022 — in einer Region, die zu den teuersten der gesamten USA gehört.

Gefordert werden laut Berichten Lohnerhöhungen von etwa vier bis fünf Prozent.

Die MTA wiederum sieht die Streiks kritisch und spricht von schweren Belastungen für Pendler und Wirtschaft.

Hoffnung auf schnelle Einigung

Trotz des Chaos könnte der Streik allerdings vergleichsweise kurz bleiben. Bereits am Sonntagabend liefen intensive Gespräche unter Vermittlung einer Bundesbehörde. Beide Seiten sprechen inzwischen von Fortschritten.

Sollte noch am Montag eine Einigung erzielt werden, könnten die Züge möglicherweise bereits vor dem morgendlichen Berufsverkehr am Dienstag wieder rollen.

Bis dahin bleibt New York allerdings in einer seltenen Ausnahmesituation:
Eine Stadt, in der plötzlich Millionen Menschen gleichzeitig feststellen, wie abhängig sie eigentlich von ihrer Bahn sind.

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