Startseite Allgemeines Iran gräbt seine Raketenbasen wieder frei – Grenzen der US-Bombenstrategie werden sichtbar
Allgemeines

Iran gräbt seine Raketenbasen wieder frei – Grenzen der US-Bombenstrategie werden sichtbar

Kaufdex (CC0), Pixabay
Teilen

Neue Satellitenbilder zeigen, dass Iran einen Großteil seiner unterirdischen Raketenanlagen wieder zugänglich gemacht hat, nachdem diese durch amerikanische und israelische Luftangriffe blockiert worden waren. Experten sehen darin einen Hinweis darauf, dass die militärische Strategie, Irans Raketenarsenal durch Angriffe auf Tunnelzugänge auszuschalten, nur begrenzte Wirkung entfaltet hat.

Während des Konflikts hatten die USA und Israel gezielt Straßen zerstört und Tunneleingänge verschüttet, um den Zugang zu den unterirdischen Raketenlagern zu verhindern. Doch aktuelle Aufnahmen zeigen, dass Iran mit vergleichsweise einfachen Mitteln wie Bulldozern, Radladern und Lastwagen große Teile der Schäden beseitigt hat. Nach Angaben von CNN wurden inzwischen 50 von 69 zuvor blockierten Tunneleingängen an insgesamt 18 Raketenstandorten wieder geöffnet.

Auch zerstörte Zufahrtsstraßen wurden vielerorts repariert und teilweise sogar neu asphaltiert. Damit könnten mobile Raketenwerfer erneut eingesetzt werden. Experten gehen davon aus, dass Iran weiterhin über einen Bestand von rund 1.000 Langstreckenraketen verfügt, die tief in den unterirdischen Anlagen gelagert sind und die Angriffe weitgehend unbeschadet überstanden haben.

US-Präsident Donald Trump hatte die Zerstörung der iranischen Raketenfähigkeiten zu einem der wichtigsten Kriegsziele erklärt. Militärische Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass die Angriffe zwar kurzfristige taktische Erfolge erzielt hätten, langfristig aber möglicherweise nicht ausreichen, um die Bedrohung dauerhaft zu beseitigen.

Die unterirdischen Anlagen wurden über mehr als zwei Jahrzehnte aufgebaut und liegen teilweise hunderte Meter tief unter Felsgestein. Dadurch sind sie nur schwer direkt angreifbar. Statt die eigentlichen Lager zu zerstören, konzentrierten sich die Angriffe vor allem auf die Eingänge und die Infrastruktur rund um die Basen.

Hinzu kommt, dass US-Geheimdienste davon ausgehen, dass Iran bereits damit begonnen hat, wichtige militärische Fähigkeiten wiederherzustellen. Dazu gehören die Produktion von Drohnen, die Herstellung neuer Raketenwerfer sowie der Wiederaufbau beschädigter Produktionskapazitäten. Nach Einschätzung eines US-Regierungsvertreters verlaufen diese Arbeiten sogar schneller als ursprünglich erwartet.

Für viele Beobachter zeigt sich damit ein grundlegendes Problem moderner Kriegsführung: Während für die Zerstörung der Anlagen hochentwickelte und teure Präzisionswaffen eingesetzt werden müssen, reichen für die Reparatur oft vergleichsweise einfache Baumaschinen aus. Oder wie es ein Experte formulierte: „Für die Zerstörung braucht man hochkomplexe Waffensysteme – für den Wiederaufbau genügen Bulldozer.“

Die aktuellen Entwicklungen deuten darauf hin, dass Iran trotz erheblicher Schäden weiterhin über bedeutende Raketenkapazitäten verfügt und diese in relativ kurzer Zeit wieder nutzbar machen kann.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

US-Amerikanerin findet ihr Glück in Deutschland: „Die beste Entscheidung meines Lebens“

Vor rund 15 Jahren wagte Molly Williams einen mutigen Schritt: Die alleinerziehende...

Allgemeines

Visa-Panne vor der WM: Südafrikas Sportminister fordert Konsequenzen

Wenige Tage vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft sorgt eine Visa-Panne für erhebliche Unruhe...

Allgemeines

Ferrari sorgt mit erstem Elektroauto für heftige Kritik

Mit dem neuen Modell „Luce“ hat Ferrari erstmals ein vollelektrisches Fahrzeug vorgestellt...

Allgemeines

Affäre belastet US-Senatskandidaten: Ehefrau von Graham Platner äußert sich zu Sexting-Vorwürfen

Die Ehefrau des demokratischen US-Senatskandidaten Graham Platner hat sich erstmals öffentlich zu...