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Iran droht mit weiteren Blockaden – USA greifen neue Militärziele an

FarkhodVakhob9TJK9 (CC0), Pixabay
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Der Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran verschärft sich erneut. Während das US-Militär eine weitere Angriffswelle gegen iranische Stellungen meldet, droht Teheran damit, neben der Straße von Hormus auch andere Exportwege für Öl und Gas zu blockieren.

Nach Angaben des für den Nahen Osten zuständigen US-Zentralkommandos griffen amerikanische Drohnen, Kampfflugzeuge und Kriegsschiffe am Mittwoch iranische Küstenverteidigungsanlagen sowie Lager- und Abschussorte für Marschflugkörper an. Zu den Zielen gehörten militärische Einrichtungen auf der strategisch gelegenen Insel Groß-Tunb in der Straße von Hormus. Die Angriffswelle habe etwa 90 Minuten gedauert. Bereits in der Nacht zuvor sollen über einen Zeitraum von sieben Stunden zahlreiche weitere Ziele entlang der iranischen Küste angegriffen worden sein.

Die US-Streitkräfte erklärten, die Operationen sollten Irans Fähigkeit schwächen, Handelsschiffe in der Meerenge anzugreifen. Iranische Medien berichteten zusätzlich von Einschlägen auf der Insel Hengam. Unabhängig überprüfen ließen sich zunächst nicht alle Angaben der Konfliktparteien.

Die iranischen Revolutionsgarden kündigten als Reaktion an, die Straße von Hormus geschlossen zu halten, solange die USA ihre nach iranischer Darstellung aggressiven Handlungen fortsetzten. Zugleich drohten sie mit der Sperrung weiterer Energieexportwege, die den Vereinigten Staaten und deren Verbündeten zugutekämen. Welche Routen konkret betroffen sein könnten, ließ die Organisation offen.

Damit wächst die Sorge, dass sich die Auseinandersetzung auf weitere wichtige Schifffahrtswege ausweiten könnte. Neben der Straße von Hormus gilt insbesondere die Meerenge Bab al-Mandab zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden als empfindlicher Knotenpunkt des Welthandels.

Iran meldet Angriffe auf US-Ziele in mehreren Staaten

Der Iran erklärte zudem, amerikanische Militärstandorte in Bahrain, Kuwait und Jordanien angegriffen zu haben. In den drei Ländern sind US-Truppen stationiert.

In Bahrain und Kuwait wurden am Mittwoch erneut Warnungen vor anfliegenden Raketen und Drohnen ausgelöst. Jordanien teilte nach Angaben der Nachrichtenagentur AP mit, drei iranische Raketen abgeschossen zu haben. Das US-Militär warf Teheran vor, zahlreiche Geschosse gegen benachbarte arabische Staaten eingesetzt zu haben.

Die betroffenen Staaten befinden sich damit in einer schwierigen Lage. Sie sind enge Partner der Vereinigten Staaten und beherbergen amerikanische Militäreinrichtungen, wollen aber zugleich verhindern, selbst tiefer in den Konflikt hineingezogen zu werden.

Neue Blockade iranischer Häfen

Die Vereinigten Staaten setzten am Dienstagabend erneut eine Seeblockade gegen iranische Häfen in Kraft. Schiffe sollen dadurch am Ein- und Auslaufen aus iranischen Häfen und Küstengebieten gehindert werden.

Eine ähnliche Blockade war bereits im April verhängt worden. Im Rahmen einer vorläufigen Vereinbarung zwischen Washington und Teheran wurde sie im Juni wieder aufgehoben. Das Abkommen sollte die Kämpfe unterbrechen und eine 60-tägige Phase für weitere Gespräche eröffnen, unter anderem über das iranische Atomprogramm.

Diese Vereinbarung steht nun offenbar vor dem endgültigen Scheitern. Der Iran wirft den Vereinigten Staaten vor, ihre Zusagen gebrochen zu haben. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums erklärte, derzeit seien keine neuen Verhandlungen geplant. Teheran konzentriere sich auf seine Verteidigung.

Das US-Zentralkommando erklärte, innerhalb von 17 Stunden nach Wiedereinführung der Blockade seien zwei Handelsschiffe gestoppt beziehungsweise umgeleitet worden, weil sie versucht hätten, die Maßnahme zu umgehen.

Völkerrechtlich sind Seeblockaden hoch umstritten, insbesondere wenn sie den zivilen Handel und die Versorgung der Bevölkerung erheblich beeinträchtigen. Eine weitere Eskalation könnte zudem neutrale Handelsschiffe und deren Besatzungen gefährden.

Straße von Hormus im Zentrum des Konflikts

Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer. In Friedenszeiten wird nach Angaben von Reuters und AP etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Erdgashandels durch die Meerenge transportiert.

Zu den besonders abhängigen Exportstaaten gehören Saudi-Arabien, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Bahrain, Irak und der Iran selbst. Eine länger andauernde Unterbrechung trifft deshalb nicht nur die Konfliktparteien, sondern kann Energiepreise, Transportkosten und Inflation weltweit beeinflussen.

Seit der faktischen Schließung der Meerenge ist der Schiffsverkehr stark zurückgegangen. Die Ölpreise reagierten mit deutlichen Ausschlägen. Der Preis für die internationale Referenzsorte Brent lag am Mittwoch zeitweise über 85 Dollar je Barrel und damit mehr als 15 Prozent höher als vor Beginn der aktuellen Kriegshandlungen.

Die Auswirkungen könnten sich auch in Europa bemerkbar machen. Steigende Energiepreise verteuern Transport, Industrieproduktion, Heizung und zahlreiche Konsumgüter. Besonders gefährdet sind Staaten, die große Mengen Flüssigerdgas aus der Golfregion beziehen.

Trump droht mit Angriffen auf Kraftwerke und Brücken

US-Präsident Donald Trump erhöhte unterdessen den Druck auf Teheran. In einem Fernsehinterview kündigte er an, die Vereinigten Staaten könnten in der kommenden Woche iranische Brücken und Kraftwerke angreifen, sollte die Regierung nicht an den Verhandlungstisch zurückkehren.

Energieanlagen wolle er zunächst zurückstellen, letztlich könnten aber auch sie zu Zielen werden, erklärte Trump. Die USA hätten iranischen Unterhändlern mitgeteilt, sie müssten eine Vereinbarung schließen.

Angriffe auf Kraftwerke, Brücken und andere zivile Einrichtungen würden erhebliche völkerrechtliche Fragen aufwerfen. Zivile Infrastruktur darf nach dem humanitären Völkerrecht grundsätzlich nicht gezielt angegriffen werden, sofern sie nicht zu einem militärischen Ziel geworden ist. Selbst dann müssen Verhältnismäßigkeit und Schutz der Zivilbevölkerung beachtet werden.

Trump hatte zuvor auch vorgeschlagen, von Schiffen für die Passage durch die Straße von Hormus eine Abgabe von 20 Prozent zu verlangen. Diese Idee nahm er jedoch wieder zurück. Stattdessen stellte er umfangreiche Handels- und Investitionsvereinbarungen mit den Golfstaaten in Aussicht, ohne nähere Einzelheiten zu nennen.

Gegenseitige Schuldzuweisungen

Washington macht Iran für Angriffe auf mehrere Handelsschiffe verantwortlich. Nach Darstellung der US-Regierung wurden innerhalb einer Woche sieben kommerzielle Schiffe attackiert. Dabei seien Besatzungsmitglieder getötet, verletzt oder vermisst worden.

Teheran wiederum bezeichnet die Vereinigten Staaten als Angreifer. Der iranische UN-Botschafter erklärte, sein Land reagiere auf amerikanische Militäraktionen und die erneute Blockade.

Iranische Behörden meldeten mindestens sieben getötete Soldaten bei einem Angriff auf einen Militärstützpunkt im Südosten des Landes. Ein Sprecher des iranischen Gesundheitsministeriums sprach zudem von mehr als 35 Toten und über 300 Verletzten durch die jüngsten US-Luftangriffe. Wie viele davon Zivilisten oder Angehörige des Militärs waren, wurde nicht vollständig aufgeschlüsselt.

Die Angaben zu Opfern und Schäden stammen überwiegend von den beteiligten Regierungen und lassen sich unter den Bedingungen des Konflikts nur eingeschränkt unabhängig kontrollieren.

Gefahr eines regionalen Flächenbrands

Die neue Angriffswelle zeigt, wie schnell die vorläufige Waffenruhe zerfallen ist. Die Auseinandersetzung konzentriert sich inzwischen nicht mehr allein auf iranisches Territorium. Militärstützpunkte, Schifffahrtswege und Energieanlagen in mehreren Staaten der Region sind betroffen oder bedroht.

Besonders gefährlich ist die Verbindung von militärischer und wirtschaftlicher Eskalation. Der Iran versucht, seine strategische Lage an der Straße von Hormus als Druckmittel einzusetzen. Die Vereinigten Staaten reagieren mit Luftangriffen und einer Blockade iranischer Häfen.

Beide Seiten erhöhen dadurch den Einsatz. Je länger der Konflikt dauert, desto größer wird die Gefahr von Fehlkalkulationen, Angriffen auf zivile Schiffe und einer Ausweitung auf weitere Länder.

Eine schnelle Rückkehr zu Verhandlungen erscheint derzeit unwahrscheinlich. Washington fordert von Teheran eine Vereinbarung unter militärischem Druck. Der Iran lehnt Gespräche ab, solange die USA nach seiner Darstellung gegen die vorläufige Vereinbarung verstoßen.

Die Straße von Hormus bleibt damit nicht nur Schauplatz einer militärischen Konfrontation. Sie ist zugleich das wichtigste wirtschaftliche Druckmittel in einem Konflikt, dessen Folgen weit über den Nah

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