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Interview mit Alfred Wieder: „Quantencomputer sind ein spannendes Investmentthema für geduldige Anleger“

geralt (CC0), Pixabay
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Quantencomputer gelten als eine der faszinierendsten Zukunftstechnologien unserer Zeit. Sie könnten eines Tages Probleme lösen, an denen klassische Computer an ihre Grenzen stoßen – etwa in der Medikamentenentwicklung, Materialforschung, Logistik, Kryptografie, Finanzmodellierung oder Künstlichen Intelligenz. Noch steht die Technologie am Anfang ihrer wirtschaftlichen Entwicklung. Gerade deshalb schauen viele Investoren aufmerksam auf junge Unternehmen, die in diesem Bereich arbeiten. Wir haben mit Alfred Wieder über Chancen, Perspektiven und sinnvolle Investmentansätze gesprochen.

Frage: Herr Wieder, warum ist das Thema Quantencomputer für Investoren so interessant?

Alfred Wieder: Quantencomputer sind deshalb spannend, weil sie langfristig völlig neue Möglichkeiten eröffnen können. Es geht nicht nur um schnellere Rechner, sondern um eine andere Art des Rechnens. Wenn diese Technologie marktreif wird, kann sie in vielen Branchen große Fortschritte ermöglichen – von neuen Medikamenten über bessere Batterien bis hin zu komplexen Optimierungsaufgaben. Für Investoren ist das natürlich interessant, weil hier ein sehr großer Zukunftsmarkt entstehen kann.

Frage: Ist das schon ein Markt für kurzfristige Investments?

Alfred Wieder: Eher nicht. Quantencomputer sind ein langfristiges Investmentthema. Wer hier investiert, sollte Geduld mitbringen. Viele Unternehmen befinden sich noch in der Entwicklung, und es wird Zeit brauchen, bis breite kommerzielle Anwendungen entstehen. Aber genau darin liegt auch die Chance: Wer früh die richtigen Unternehmen erkennt, kann an einer sehr bedeutenden technologischen Entwicklung teilhaben.

Frage: Welche Bereiche innerhalb des Quantum-Marktes sind besonders spannend?

Alfred Wieder: Besonders interessant sind drei Bereiche. Erstens Unternehmen, die direkt an Quantencomputern und Quantenprozessoren arbeiten. Zweitens Softwarefirmen, die Algorithmen und Anwendungen für bestimmte Branchen entwickeln. Drittens die Infrastruktur rund um Quantencomputer – also Photonik, Steuerungselektronik, Kühlung, Fehlerkorrektur, Spezialchips oder Sicherheitslösungen. Für Investoren kann gerade dieses Ökosystem sehr attraktiv sein.

Frage: Warum lohnt sich der Blick nicht nur auf die eigentlichen Quantencomputer?

Alfred Wieder: Weil große Technologien immer ein ganzes Umfeld brauchen. Bei Quantencomputern geht es nicht nur um den Rechner selbst. Es braucht Bauteile, Software, Messsysteme, Cloud-Zugänge, Sicherheitstechnologien und hochspezialisierte Infrastruktur. Manche dieser Unternehmen können früher Umsätze erzielen als reine Hardware-Entwickler. Das macht sie für Investoren besonders interessant.

Frage: Welche Branchen könnten zuerst von Quantencomputern profitieren?

Alfred Wieder: Ich sehe große Chancen in der Pharmaindustrie, Chemie, Materialforschung, Energie, Logistik, Finanzwirtschaft und Cybersicherheit. Überall dort, wo extrem komplexe Berechnungen oder Simulationen nötig sind, können Quantencomputer langfristig einen Vorteil bringen. Besonders spannend ist die Entwicklung neuer Materialien oder Wirkstoffe, weil dort enorme wirtschaftliche Werte entstehen können.

Frage: Was macht das Thema für langfristig orientierte Anleger attraktiv?

Alfred Wieder: Es ist die Kombination aus wissenschaftlicher Tiefe, industrieller Relevanz und großem Zukunftspotenzial. Quantencomputer können eine Schlüsseltechnologie werden. Solche Entwicklungen entstehen nicht über Nacht, aber wenn sie sich durchsetzen, verändern sie Märkte nachhaltig. Für Anleger mit langfristigem Horizont kann das eine interessante Beimischung sein.

Frage: Gibt es schon erfolgreiche Unternehmen in diesem Bereich?

Alfred Wieder: Ja, es gibt bereits eine Reihe bekannter Unternehmen und Startups, die international viel Aufmerksamkeit erhalten. Dazu zählen etwa Firmen aus den USA, Kanada, Europa und Australien. Einige sind börsennotiert, andere werden von Venture-Capital-Investoren oder staatlichen Programmen finanziert. Besonders stark ist die Entwicklung dort, wo Forschung, Kapital und Industriepartner zusammenkommen.

Frage: Europa spielt also auch eine Rolle?

Alfred Wieder: Auf jeden Fall. Europa hat eine sehr gute Forschungsbasis und einige starke Quantum-Startups. Länder wie Deutschland, Frankreich, Finnland, Großbritannien und die Niederlande sind gut positioniert. Wichtig wird sein, dass Europa diese Unternehmen nicht nur in der Frühphase unterstützt, sondern ihnen auch beim Wachstum genügend Kapital zur Verfügung stellt.

Frage: Welche Rolle spielt staatliche Förderung?

Alfred Wieder: Eine große und sehr positive Rolle. Quantencomputer sind strategisch wichtig – wirtschaftlich, technologisch und sicherheitspolitisch. Deshalb investieren Staaten in Forschung, Testzentren und Förderprogramme. Das hilft jungen Unternehmen, ihre Technologie weiterzuentwickeln. Für private Investoren kann staatliche Unterstützung ein wichtiges Signal sein, weil sie zeigt, dass ein Thema langfristig politisch und industriell relevant ist.

Frage: Worauf sollten Investoren bei Quantum-Startups besonders achten?

Alfred Wieder: Wichtig sind ein starkes Gründerteam, eine klare technologische Roadmap, gute Patente, wissenschaftliche Substanz und glaubwürdige Industriepartner. Außerdem sollte man darauf achten, ob ein Unternehmen konkrete Meilensteine erreicht und ob es einen realistischen Weg zu Produkten oder Umsätzen gibt. Bei DeepTech zählt nicht nur die große Vision, sondern auch die Fähigkeit, Schritt für Schritt Fortschritte zu liefern.

Frage: Ist das Thema auch für Privatanleger geeignet?

Alfred Wieder: Für Privatanleger kann das Thema interessant sein, aber eher als langfristige Beimischung und nicht als kurzfristige Spekulation. Wer sich engagieren möchte, sollte breit streuen und nicht alles auf ein einzelnes Unternehmen setzen. Fonds, börsennotierte Technologieunternehmen oder breit aufgestellte DeepTech-Strategien können ein sinnvollerer Zugang sein als ein einzelnes Hochrisiko-Investment.

Frage: Welche angrenzenden Bereiche könnten ebenfalls profitieren?

Alfred Wieder: Sehr spannend ist Post-Quantum-Kryptografie, also Sicherheitslösungen für eine Zukunft, in der heutige Verschlüsselungsverfahren durch Quantencomputer herausgefordert werden könnten. Auch Halbleiter, Photonik, Rechenzentren, Spezialsoftware und KI-Infrastruktur können profitieren. Wer das Thema Quantum breiter denkt, findet viele interessante Investmentmöglichkeiten rund um das eigentliche Kernfeld.

Frage: Wie sollten Anleger das Risiko einschätzen?

Alfred Wieder: Realistisch, aber nicht ängstlich. Jede frühe Zukunftstechnologie bringt Unsicherheit mit sich. Manche Unternehmen werden sehr erfolgreich sein, andere werden es nicht schaffen. Das ist bei Venture Capital normal. Entscheidend ist, nicht blind einem Trend zu folgen, sondern gut zu prüfen, breit zu streuen und einen langen Atem mitzubringen.

Frage: Was wäre eine sinnvolle Investmentstrategie?

Alfred Wieder: Ich würde auf eine Mischung setzen: einige Unternehmen mit direktem Quantum-Fokus, dazu Infrastruktur- und Sicherheitsanbieter sowie etablierte Technologiekonzerne, die in diesem Bereich aktiv sind. So kann man an der Entwicklung teilhaben, ohne ausschließlich vom Erfolg eines einzelnen Startups abhängig zu sein.

Frage: Ihr Fazit: Warum sollten Investoren Quantencomputer im Blick behalten?

Alfred Wieder: Weil Quantencomputer das Potenzial haben, eine der großen Schlüsseltechnologien der kommenden Jahrzehnte zu werden. Der Weg wird nicht geradlinig sein, aber die Chancen sind beachtlich. Für geduldige Investoren, die Zukunftstechnologien verstehen und langfristig denken, ist Quantum Computing ein sehr spannendes Feld.

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