Die deutschen Insolvenzgerichte haben am 9. Juni 2026 erneut eine Vielzahl von Verfahren veröffentlicht. Auffällig ist dabei die große Bandbreite der betroffenen Branchen: Von Pflege und Gesundheitswesen über Bauunternehmen, Gastronomie, Logistik, Industrie und Solartechnik bis hin zu Sicherheitsdiensten und Technologieunternehmen finden sich zahlreiche Firmen auf den aktuellen Veröffentlichungslisten der Insolvenzgerichte.
Pflege- und Gesundheitsbranche betroffen
Zu den Unternehmen, gegen die Sicherungsmaßnahmen angeordnet wurden, gehören unter anderem die AirHome Intensivpflege GmbH aus Eschweiler (Az. 93 IN 125/26, AG Aachen), die Medical Care Professional GmbH aus Dreieich (Az. 8 IN 398/26, AG Offenbach am Main), die Pflegeteam CuraViva GmbH aus Berlin (Az. 3615 IN 2823/26, AG Charlottenburg) sowie die Seniorenzentrum Altenburgstraße GmbH aus Sarstedt (Az. 55 IN 16/26, AG Hildesheim).
Gerade Insolvenzen im Pflegebereich sorgen regelmäßig für besondere Aufmerksamkeit, da hiervon nicht nur Arbeitsplätze, sondern oftmals auch die Versorgung von Patienten und Bewohnern betroffen sein kann.
Bauwirtschaft weiter unter Druck
Auch die Bau- und Handwerksbranche bleibt von wirtschaftlichen Schwierigkeiten nicht verschont. Auf der aktuellen Liste finden sich die AW Bau GmbH aus Illertissen (Az. IN 77/26, AG Neu-Ulm), die MDU Dachtechnik GmbH aus Sankt Johann bei Mayen (Az. 7 IN 46/26, AG Mayen), die Söhn Haustechnik GmbH aus Ochtendung (Az. 7 IN 66/26, AG Mayen) sowie die GalaBau u. Hausmeisterdienste Haxhaj UG (haftungsbeschränkt) aus Alsleben (Saale) (Az. 340 IN 489/25, AG Magdeburg).
Logistik und Personaldienstleister in Schwierigkeiten
Im Bereich Transport und Logistik wurden Sicherungsmaßnahmen gegen die D&M Logistik Bochum GmbH (Az. 70c IN 108/26, AG Köln), die D&M Logistik Düsseldorf GmbH (Az. 70c IN 109/26, AG Köln) sowie die Transport & Dienstleistungsservice Scheuer UG (haftungsbeschränkt) aus Kleinmachnow (Az. 650 IN 123/26, AG Potsdam) veröffentlicht.
Hinzu kommt die PT Personaldienstleistungen GmbH aus Rüsselsheim (Az. 9 IN 393/26, AG Darmstadt).
Industrie, Technik und Produktion betroffen
Zu den produzierenden Unternehmen zählen die Fester & Zander Zerspanungstechnik GmbH aus Leipzig (Az. 401 IN 1137/26, AG Leipzig), die Halberstädter Konserven GmbH (Az. 340 IN 230/26, AG Magdeburg), die JSP Systems GmbH aus Pforzheim (Az. 1 IN 271/26, AG Pforzheim) sowie die Software Aspekte SA GmbH aus Böblingen (Az. 8 IN 1057/26, AG Stuttgart).
Ebenfalls betroffen ist die LARIS Recycling GmbH & Co. KG aus Biebesheim (Az. 9 IN 1204/25, AG Darmstadt).
Gastronomie und Hotellerie unter Druck
Die schwierige Lage im Gastgewerbe zeigt sich ebenfalls in den aktuellen Veröffentlichungen. So wurden Sicherungsmaßnahmen gegen die BCP Berliner City Pension GmbH (Az. 36b IN 6182/24, AG Charlottenburg), die KK Gastronomie UG (haftungsbeschränkt) aus Bielefeld (Az. 43 IN 428/26, AG Bielefeld) sowie die Rye & Dry Gastro GmbH aus Hamburg (Az. 67g IN 175/26, AG Hamburg) bekannt gemacht.
Sicherheitsunternehmen und Dienstleister betroffen
Im Sicherheitssektor finden sich die Safeguard Solution GmbH aus Braunschweig (Az. 273 IN 166/26, AG Braunschweig) sowie die Secra Security Service UG (haftungsbeschränkt) aus München (Az. 1542 IN 1176/26, AG München).
Technologie- und Mobilitätsunternehmen auf der Liste
Besonders aufmerksam dürften Beobachter die Verfahren gegen die Sono Motors GmbH aus München (Az. 1509 IN 1957/26, AG München) sowie die Cenntro Electric Group (Europe) GmbH aus Düsseldorf (Az. 810 IN 929/26, AG Frankfurt am Main) verfolgen.
Gerade Unternehmen aus den Bereichen Elektromobilität und alternative Antriebstechnologien galten lange Zeit als Hoffnungsträger für die Transformation der Industrie.
Weitere Unternehmen unter Sicherungsmaßnahmen
Darüber hinaus wurden unter anderem Verfahren gegen folgende Unternehmen veröffentlicht:
- BiSA Bildungs- und Schulakademie gemeinnützige GmbH, Duisburg (Az. 620 IN 1309/26)
- BONES HANDS GmbH, Bochum (Az. 80 IN 542/26)
- bplant Funke Stark Ingenieure UG (haftungsbeschränkt), Berlin (Az. 3615 IN 3430/26)
- Ewig-Service GmbH, Laatzen (Az. 908 IN 264/26)
- flow consult GmbH, Burgdorf (Az. 35 IN 17/26)
- GAAM GmbH, Otterbach (Az. 1 IN 234/25)
- KiHaMa GmbH, Berlin (Az. 3618 IN 11232/25)
- Mawibau GmbH, Bad Hönningen (Az. 21 IN 65/26)
- Merx Handel & Industrie GmbH, Hamburg (Az. 67c IN 141/26)
- MKW Solar GmbH, Bischweier (Az. 11 IN 13/26)
- Trimo Service GmbH, Frankfurt am Main (Az. 810 IN 340/26)
- Wohnplan Wohnbesitz- und Vermietungs GmbH & Co. KG, Osnabrück (Az. 38 IN 21/26)
Breite wirtschaftliche Herausforderungen
Die aktuelle Veröffentlichung zeigt erneut, dass die wirtschaftlichen Herausforderungen inzwischen nahezu alle Branchen erfassen. Hohe Finanzierungskosten, steigende Lohn- und Energiekosten sowie eine weiterhin schwache Konjunktur setzen Unternehmen unterschiedlichster Größenordnungen unter Druck.
Die nun veröffentlichten Sicherungsmaßnahmen bedeuten noch nicht zwangsläufig das endgültige Aus für die betroffenen Firmen. Sie zeigen jedoch, dass die Gerichte bereits tätig geworden sind, um Vermögenswerte zu sichern und die wirtschaftliche Situation der Unternehmen zu prüfen. Für viele Betriebe werden die kommenden Wochen und Monate entscheidend sein.
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